Sachsen: Handyverbot wird ausgeweitet und Lehrpläne modernisiert
Am kommenden Montag, den 17. August, geht es für rund 527.300 Schülerinnen und Schüler in Sachsen wieder los. Für etwa 37.700 Kinder ist es der allererste Schultag in ihrem Leben.
Um den Lehrermangel zu bekämpfen, hat der Freistaat Sachsen 905 neue Lehrkräfte eingestellt. Davon sind 731 klassisch ausgebildete Lehrer und 17 pädagogische Fachkräfte. Zusätzlich kommen 157 Seiteneinsteiger in die Schulen, die keine klassische Lehrerausbildung haben. Viele der neuen Lehrer wollen eigentlich in die großen Städte Leipzig oder Dresden. Kultusminister Conrad Clemens sagt dazu, dass die gerechte Verteilung auf das ganze Land die größte Herausforderung bleibt. Er hofft, dass dadurch der Unterrichtsausfall sinkt.
Eine große Änderung betrifft die Handys. Bisher galt das Verbot nur an Grundschulen und in der Primarstufe der Förder- und Gemeinschaftsschulen. Jetzt wird das Handyverbot auf die Klassenstufen 5 bis 8 ausgeweitet. Die Schüler sollen sich besser konzentrieren können und weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen.
Außerdem werden die Lehrpläne komplett überholt. Erstmals seit 2004 werden alle 528 Dokumente aller Fächer und Schularten gleichzeitig modernisiert. Das Ziel ist, dass die Schüler mehr praktische Kompetenzen lernen. Themen wie Digitalisierung, Medienbildung und Demokratie sollen wichtiger werden. Bis 2030 soll diese Umstellung abgeschlossen sein.
Auch bei der Technik gibt es Neuerungen. Das Lernsystem »bettermarks« kann nun schon ab der 3. Klasse genutzt werden, vorher war es erst ab der 5. Klasse verfügbar. Für die Klassen 5 bis 8 gibt es zudem einen Medienpass.
Für die Zukunft sind weitere Stellen geplant. Der Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 sieht 800 Stellen für Assistenzkräfte und 700 Stellen für pädagogische Fachkräfte vor. Damit sollen die Teams an den Schulen gestärkt werden.
Ein besonderes Projekt läuft noch bis zum 12. Dezember 2026: Das Themenjahr »TACHELES«. In Workshops und Ausstellungen sollen Schüler und Lehrer mehr über jüdische Kultur und Geschichte erfahren und sich mit Antisemitismus auseinandersetzen.