Worms präsentiert historische Schätze im Andreasstift
Das Museum im Andreasstift in Worms (Rheinland-Pfalz) hat eine besondere Reihe gestartet. Unter dem Namen „Worms Stück für Stück“ wird jeden Monat ein einzelnes Objekt aus der Sammlung präsentiert. Die Exponate reichen von der Steinzeit bis in die Neuzeit und zeigen, wie die Menschen früher lebten und woran sie glaubten.
Einige der gezeigten Stücke führen weit zurück. So gibt es Keramiken aus der Jungsteinzeit, die den Beginn der Sesshaftwerdung markieren. Auch Schmuck aus Muscheln, Schnecken und Zähnen einer Frau aus der Hinkelstein-Kultur sowie ein Prunkbeil aus Jadeit sind Teil der Reihe. Ein besonders rätselhafter Fund ist ein Katzenschwanz aus dem Mittelalter, der im Mörtel des Nordturms der Andreaskirche steckte. Solche „Bauopfer“ sollten früher Gebäude vor dem Bösen schützen.
Auch die römische Zeit ist stark vertreten. Besucher können einen Reitergrabstein des Soldaten Quintus Carminius Ingenuus sehen oder sogenannte „Gesichtskrüge“, die in lokalen Töpfereien hergestellt wurden. Ein Bleitäfelchen aus Bad Kreuznach zeigt eine dunkle Seite der Antike: Es handelt sich um ein Fluchtäfelchen, auf dem 19 Namen von Feinden stehen, die von Unterweltgeistern heimgesucht werden sollten.
Spätere Epochen werden ebenfalls beleuchtet. So gibt es ein Modell des Wagens, in dem Martin Luther 1521 Worms verließ, sowie eine Totenkrone für unverheiratete Menschen aus der Zeit zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert. Sogar ein Fehlkauf aus dem 19. Jahrhundert ist ausgestellt: Eine Mosaikglasschale, die Experten damals für römisch hielten, aber eigentlich aus einer venezianischen Glashütte stammte.
Die Objekte sind teilweise für einen Monat in Wechselvitrinen oder in der Dauerausstellung zu sehen. Interessierte können die Stücke im Museum im Andreasstift besichtigen.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung