Museum im Andreasstift zeigt historische Schätze aus Worms
Das Museum im Andreasstift (Worms, Rheinland-Pfalz) lässt seine Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Stadt gehen. In der Reihe „Worms Stück für Stück“ werden jeden Monat besondere Objekte aus der Sammlung präsentiert, die jeweils eine eigene Geschichte erzählen.
Einige der Exponate führen weit zurück in die Vorgeschichte. So gibt es Schmuck aus der Jungsteinzeit, etwa Ketten aus Muscheln und Tierzähnen, die bei einer Frau in Rheindürkheim gefunden wurden. Auch ein Prunkbeil aus Jadeit, das etwa 4500 bis 4000 v. Chr. entstand, ist Teil der Sammlung. Ein besonders ungewöhnlicher Fund ist ein Pferdeskelett aus Worms-Abenheim aus der frühen Eisenzeit. Die Stute war zum Zeitpunkt ihres Todes hochträchtig und starb vermutlich durch einen Schlag auf den Kopf.
Auch die römische Zeit ist stark vertreten. Besucher können sogenannte Gesichtskrüge bestaunen, die in lokalen Töpfereien im Süden der damaligen Siedlung hergestellt wurden. Eine römische Maske aus Ton, die 1891 bei Kanalbauarbeiten in der Nähe der Neusatz-Schule gefunden wurde, zeigt die lange Tradition der Maskerade in der Stadt. Zudem gibt es einen Grabstein des Reiters Quintus Carminius Ingenuus, der 1666 an der Mainzer Straße entdeckt wurde.
Spätere Epochen sind ebenfalls vertreten, etwa durch ein Modell des Wagens, in dem Martin Luther 1521 Worms verließ. Wer es schaurig mag, kann einen im Mittelalter eingemauerten Katzenschwanz sehen. Dieser diente vermutlich als „Bauopfer“, um das Gebäude vor bösen Geistern zu schützen.
Die Objekte sind teilweise für einen Monat in Wechselvitrinen oder in der Dauerausstellung zu sehen. Interessierte können die Stücke im Museum im Andreasstift besichtigen.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung