Museum im Andreasstift zeigt historische Schätze aus Worms
Das Museum im Andreasstift (Worms, Rheinland-Pfalz) lässt seine Besucher auf eine Zeitreise durch die lokale Geschichte gehen. In der Reihe „Worms Stück für Stück“ werden jeden Monat einzelne Objekte aus der Sammlung präsentiert, die eine ganz eigene Geschichte erzählen.
Besonders spannend sind die Funde aus der Vorzeit und Antike. So gibt es Schmuck aus der Jungsteinzeit, der aus Muscheln, Schnecken und Hirschzähnen besteht. Ein Grab aus Rheindürkheim lässt vermuten, dass die Frau, der dieser Schmuck gehörte, damals eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielte. Auch aus der Bronzezeit ist ein prächtiger Beinschmuck aus Bronze erhalten geblieben, der einem Mädchen nahe der heutigen Westendschule beigegeben wurde.
Die römische Zeit ist in Worms besonders stark vertreten. Das Museum zeigt unter anderem einen sogenannten Gesichtskrug, der oben in einem Frauengesicht endet. Solche Krüge wurden etwa um 300 nach Christus in lokalen Töpfereien hergestellt, etwa an der Schönauer Straße. Neben Alltagsgegenständen gibt es auch religiöse Funde, wie eine römische Maske aus Ton, die 1891 bei Kanalbauarbeiten in der Nähe der Neusatz-Schule gefunden wurde.
Auch das Mittelalter und die Neuzeit kommen zu Wort. Ein Modell eines Kobelwagens erinnert an die Abreise von Martin Luther aus Worms im Jahr 1521. Wer es etwas schauriger mag, kann einen im Mauerwerk der Andreaskirche gefundenen Katzenschwanz betrachten. Solche „Bauopfer“ sollten früher böse Geister vom Gebäude fernhalten.
Die Exponate wechseln regelmäßig. Viele der Stücke können für einen Monat in speziellen Vitrinen im Museum besichtigt werden. Einige Objekte, wie die römische Maske, gibt es zudem als Kopie im Museumsshop zu kaufen.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung