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Stadtmuseum Tübingen schafft es auf wichtige Kulturliste

Das Stadtmuseum in Tübingen wurde für das Programm „Wirkt!“ ausgewählt. Mit einer modernen Ausstellung will das Haus Geschichte greifbarer machen.

Das Stadtmuseum Tübingen (Baden-Württemberg) hat eine besondere Auszeichnung erhalten. Es gehört nun zur sogenannten Longlist des Programms „Wirkt! Kultur in Gesellschaft“. Das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg sucht mit diesem Programm nach Beispielen für Kulturarbeit, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärkt und die Demokratie fördert.

Insgesamt hatten sich fast 100 Einrichtungen beworben. Eine Fachjury hat daraus 67 Beispiele ausgewählt, die nun auf der Liste stehen. Im Sommer und Herbst 2026 wird das Museum im Rahmen einer Kampagne auch in den sozialen Medien vorgestellt. Das Zentrum, das die Auswahl trifft, wurde 2021 gegründet und gehört zum Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes.

Das Museum hat sich mit seiner neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte beworben. Diese entsteht gerade Stück für Stück. Das Ziel ist es, die Geschichte Tübingens nicht nur mit langen Texten zu erklären, sondern interaktiv und spielerisch zu vermitteln. Die Besucher sollen so die Geschichte des Nationalsozialismus und der Kolonialzeit besser verstehen und einen Bezug zu ihrem eigenen Leben heute finden.

Um das zu schaffen, setzt das Museum auf moderne Technik. Es gibt Video- und Tonaufnahmen, Bildschirme, die auf Berührung reagieren, und interaktive Objekte. Sogar ein sogenanntes „Serious Game“ – also ein Spiel mit ernstem Inhalt – kommt zum Einsatz. Ein Beispiel ist der „Room of Memories“. Dort gehen kleine Gruppen in einen Raum, untersuchen Gegenstände und lösen Aufgaben. Dabei geht es vor allem um die Zeit des Nationalsozialismus und die Frage, wie man sich selbst damals wohl verhalten hätte.

Ein weiterer Teil der Ausstellung heißt „Tübingen Global“. Hier geht es um die koloniale Geschichte der Stadt. Originale Stücke werden mit Videos und Ton kombiniert, um verschiedene Sichtweisen zu zeigen. So wird deutlich, wie Tübingen mit Ländern des Globalen Südens verbunden ist.

Wiebke Ratzeburg, die Leiterin des Museums, betont, dass es wichtig sei, dass die Menschen ins Gespräch kommen und ihre eigene Meinung hinterfragen. Die Aufnahme in die Liste bestätigt laut Ratzeburg diesen Ansatz.

Quelle: Tübingen – zur Originalmeldung

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