Schwetzingen blickt auf die Geschichte seines Friedhofs
Die Geschichte des Friedhofs in Schwetzingen (Baden-Württemberg) begann einst direkt an der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius. Damals wurde dort noch streng nach Konfessionen getrennt bestattet. Für den Adel, hohe Beamte und Geistliche gab es ab 1739 eine eigene Krypta. Doch der Platz wurde knapp. Die Kirche sollte vergrößert werden und die Gräber waren zu zahlreich, weshalb der Friedhof bereits 1758 verlegt werden musste. Heute erinnern nur noch drei Grabdenkmale an der Kirche an diese Zeit.
Der zweite Friedhof lag südlich der heutigen Hildaschule. Man erreichte ihn über die Hebelstraße, die damals noch Totengäßlein hieß, oder die Kronenstraße. Auch hier trennte man die Toten zunächst nach ihrem Glauben. Bekannt wurde dieser Ort vor allem durch den Dichter Johann Peter Hebel. Er starb 1826 in der Wohnung des Gartendirektors Johann Michael Zeyher und wurde dort beerdigt. Ein Denkmal aus dem Jahr 1859 markiert noch heute seine letzte Ruhestätte und zeigt an, wo der alte Friedhof lag.
Doch auch dieser Platz wurde mit der Zeit zu klein. Zwar gab es ab 1838 einen gemeinschaftlichen Kirchhof ohne Trennung der Konfessionen, aber das Wachstum der Stadt und Gebäude wie die Steinhauerhütte machten eine Erweiterung unmöglich. Deshalb beschloss der Gemeinderat 1869, den Friedhof an die Mannheimer Landstraße auf das sogenannte Kellertswingertsgewann zu verlegen.
Eigentlich sollte die neue Anlage am 1. September 1870 eingeweiht werden. Doch der Deutsch-Französische Krieg änderte die Pläne. Im Schloss gab es ein Reservelazarett, in dem viele Soldaten starben. Deshalb wurde der Friedhof vorgezogen: Am 13. August 1870 fand die Einweihung statt, nachdem am Tag zuvor der Soldat Georg Härtel aus Breslau beerdigt worden war. Ein Denkmal für die gefallenen Soldaten wurde 1872 fertiggestellt.
Im Laufe der Zeit wuchs die Anlage weiter. 1893 wurde nördlich davon der jüdische Friedhof eingeweiht. Später musste auch der christliche Teil Richtung Norden erweitert werden, um dem Bevölkerungszuwachs gerecht zu werden. Wer heute den Friedhof besucht, sieht direkt am Eingang die Leichenhalle im Jugendstil aus dem Jahr 1908. Weitere Besonderheiten sind die Totenglocke von 2003 sowie die Ehrengräber namhafter Persönlichkeiten.