Sachsen fordert einfachere EU-Regeln für Verpackungen
Die Europäische Union will mit einer neuen Verordnung (PPWR) den Verpackungsmüll reduzieren und das Recycling verbessern. Das Ziel unterstützt Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter. Er sieht aber ein großes Problem bei der Umsetzung: Vor allem kleine und mittlere Betriebe könnten durch den Papierkram überfordert werden.
Besonders schwierig wird es für Handwerker, kleine Händler oder Manufakturen, die ihre Waren online in andere EU-Länder verkaufen. Wer zum Beispiel Produkte nach Polen oder Tschechien verschickt, muss sich dort oft mühsam registrieren und Nachweise liefern. In manchen Fällen müssen die Betriebe sogar eine Person als Bevollmächtigten im jeweiligen Land einsetzen. Für ein kleines Unternehmen ist dieser Aufwand oft viel zu groß, wenn es nur um wenige Verkäufe geht.
Minister Panter warnt davor, dass Betriebe aus Angst vor der Bürokratie auf Geschäfte im Ausland verzichten könnten. Das würde den europäischen Markt eher schwächen als stärken. Ein kleiner Onlineshop aus Sachsen dürfe nicht vor einem Berg von Formularen stehen, nur weil er seine Waren in einem anderen EU-Land anbietet.
Schon im Dezember 2025 hatte das Ministerium gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern auf diese Probleme hingewiesen. Sachsen hat der EU-Kommission konkrete Vorschläge gemacht. Einer davon ist eine einheitliche Bagatellgrenze für ganz Europa. Das bedeutet: Wer nur geringe Mengen verschickt, soll sich nicht in jedem Land einzeln registrieren müssen.
Zudem fordert Panter eine zentrale digitale Lösung für ganz Europa, ähnlich wie es bereits beim Umsatzsteuerrecht gibt. Anstatt sich in 27 verschiedenen Ländern unterschiedlich anzumelden, solle eine einzige digitale Registrierung reichen. Auch die Pflicht, Bevollmächtigte in jedem Land zu haben, lehnt der Minister für kleine Betriebe ab.
Panter betont, dass Umweltschutz und Wirtschaft kein Widerspruch seien. Die Unternehmen müssten ihre Energie jedoch in ihre Produkte und Investitionen stecken können und nicht in unnötige Mehrfachmeldungen.