Rietberg baut Rathaus digital aus
In Rietberg (Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen) muss man für viele Erledigungen nicht mehr persönlich im Rathaus vorbeischauen. Seit November 2019 kümmert sich Jan Hüttenhölscher als Digitalisierungsbeauftragter darum, dass die Stadtverwaltung moderner wird. Das Ziel ist klar: Die Bürger sollen ihre Angelegenheiten einfacher von zu Hause aus erledigen können.
Das Herzstück dieser Arbeit ist das Serviceportal unter serviceportal.rietberg.de. Hier sind viele Dienste gebündelt. So kann man zum Beispiel den eigenen Hund online an- oder abmelden, den Stand des Gartenwasserzählers mitteilen oder Mängel in der Stadt melden. Ganz neu ist die Möglichkeit, den Fischereischein digital zu beantragen. Sogar die Anmeldung oder Ummeldung des Wohnsitzes geht inzwischen über das Internet.
Bisher nutzen viele Menschen diese Angebote noch nicht. Im Juni 2026 wurden zum Beispiel nur 3,6 Prozent der 166 Wohnsitzanmeldungen online erledigt. Ein Grund dafür ist die Hürde bei der Registrierung, da man eine sogenannte Bund-ID anlegen muss. Mit diesem Konto kann man dann aber auch Dienste vom Bund oder aus anderen Städten nutzen.
Auch im Inneren des Rathauses verändert sich die Arbeit. Mit einem neuen Dokumenten-Management-System wird die Stadt papierlos. Alte Akten werden eingescannt und die tägliche Post wird zentral digitalisiert und an die Abteilungen verteilt. So müssen die Mitarbeiter nicht mehr in den Aktenkeller oder in andere Gebäude laufen, um Unterlagen zu finden.
Für die Zukunft ist geplant, dass Bürger ihre Daten noch einfacher online abrufen können. Das soll vor allem Menschen helfen, die während der Öffnungszeiten des Rathauses arbeiten. Trotz der Technik will man den persönlichen Kontakt im Rathaus aber beibehalten.
Jan Hüttenhölscher, ein gelernter IT-Administrator und Projektleiter, sieht die Digitalisierung als Werkzeug, um die Arbeit zu erleichtern. Er glaubt nicht, dass durch die schnelleren Abläufe Stellen gestrichen werden müssen. Stattdessen will die Stadt so als Arbeitgeber und Verwaltung fit für die Zukunft werden.
Quelle: Rietberg – zur Originalmeldung