Magdeburg bekommt moderne Trinkwasseranlage vom THW
Die Sicherheitslage in Europa hat sich verändert, deshalb investiert der Bund jetzt mehr Geld in den Katastrophenschutz. Davon profitiert das Technische Hilfswerk (THW) in Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Die Helfer dort bekommen eine völlig neue Aufgabe: Sie bauen eine eigene Fachgruppe für die Trinkwasserversorgung auf.
Das Herzstück dieser Investition ist eine hochkomplexe Anlage zur Wasseraufbereitung. Die Technik ist so modern, dass sie aus fast jedem Rohwasser – egal ob aus Flüssen, Seen oder Brunnen – sauberes Trinkwasser machen kann. Dafür nutzt die Anlage ein mehrstufiges Filterverfahren. Damit die Qualität stimmt, gibt es zudem ein mobiles Labor, das das Wasser ständig prüft.
Die Anlage ist extrem leistungsfähig. Pro Stunde können bis zu 15.000 Liter hygienisch einwandfreies Wasser produziert werden. Wenn die Maschine 24 Stunden am Stück läuft, sind das täglich 360.000 Liter. Das reicht aus, um Zehntausende Menschen oder wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser zu versorgen, wenn die normale Wasserleitung ausfällt.
Damit die Technik auch bedient werden kann, braucht es geschultes Personal. Im September startet deshalb eine neue Ausbildungsgruppe mit 15 Teilnehmenden. Das THW in Magdeburg, das insgesamt rund 150 Ehrenamtliche hat, will so die Krisenvorsorge in der Region stärken. Es ist erst die zweite Anlage dieser Art im gesamten Landesverband Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Solche Einheiten sind in Deutschland selten und kommen vor allem bei Naturkatastrophen oder schweren Unfällen zum Einsatz. Ein Beispiel war das Hochwasser im Ahrtal im Jahr 2021, als solche Gruppen Krankenhäuser mit Wasser versorgten. Auch im Ausland, etwa nach Erdbeben in Nepal oder Zyklonen in Madagaskar, hilft das THW mit dieser Technik.
Die Magdeburger Anlage wird künftig eng mit dem Standort in Berlin zusammenarbeiten. Wenn es irgendwo in Deutschland oder auf der Welt brennt, kann die Fachgruppe aus Magdeburg eingreifen.
Quelle: THW Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt – zur Originalmeldung