Magdeburg: Betrunkener Mann terrorisiert Fahrgäste in Regionalbahn
Alles begann am Montagnachmittag gegen 13:50 Uhr in einer Regionalbahn auf der Strecke von Magdeburg in Richtung Haldensleben. Ein 42-jähriger Mann hatte kein Ticket dabei. Als die Zugbegleiterin ihn kontrollierte, wurde er aggressiv. Er ging in den hinteren Teil des Zuges und fing an, eine Familie zu beschimpfen. Dann schlug er einem 31-jährigen syrischen Familienmitglied mit der Faust gegen den Hals und drohte einer 39-jährigen Syrerin, indem er die Faust erhob.
Der 31-Jährige wehrte sich und schlug zurück. Andere Mitreisende mussten die beiden trennen. Dabei beschimpfte der 42-Jährige eine 65-jährige Frau mit ehrverletzenden Worten. Die Polizei und ein Rettungswagen fuhren sofort zum Haltepunkt Groß Ammensleben (Sachsen-Anhalt). Dort nahmen die Beamten den Mann fest. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,39 Promille. Bei einer Durchsuchung fanden die Polizisten ein Klappmesser, das sie sicherstellten. Der Mann wurde zur Bundespolizei am Hauptbahnhof Magdeburg gebracht, wurde dort aber um 17:32 Uhr wieder entlassen.
Doch die Ruhe hielt nicht lange an. Um 18:11 Uhr meldete sich ein 47-jähriger Mann bei der Bundespolizei am Hauptbahnhof. Er war kurz zuvor auf dem Bahnhofsvorplatz angegriffen worden. Die Polizei suchte den Ort auf und schnappte sich den Täter: Es war wieder der 42-Jährige. Er wurde an die Landespolizei übergeben.
In den späten Abendstunden stieg der Mann erneut ohne Ticket in einen Zug Richtung Haldensleben. Kurz vor Eichenweiler beschimpfte er eine Gruppe von vier Kindern im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Die Kinder bekamen Angst und zogen sich zu ihren Fahrrädern zurück. Ein 26-jähriger Mann bemerkte das und versuchte, die Situation zu schlichten. Doch der 42-Jährige wurde immer aggressiver. Als die Zugbegleitung ihn schließlich aus dem Zug weisen wollte, schlug er dem Helfer unvermittelt ins Gesicht. Es kam zu einer Schlägerei, bei der sich beide verletzten.
Die Polizei und Retter fuhren erneut zum Haltepunkt Groß Ammensleben. Diesmal lag der Alkoholwert sogar bei 2,67 Promille. Der Mann wurde vor Ort medizinisch versorgt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Durch die Einsätze kam es zu massiven Verspätungen: Am Mittag hatten vier Züge insgesamt 187 Minuten Verspätung, am Abend waren zwei Züge für insgesamt 68 Minuten betroffen.
Jetzt stehen mehrere Ermittlungsverfahren gegen den Mann. Es geht um Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung und das Schwarzfahren. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Magdeburg – zur Originalmeldung