Hessen pumpt 6,6 Millionen Euro in Agrar-Innovationen
Die Landwirtschaft in Hessen bekommt eine ordentliche Finanzspritze. Insgesamt 6,62 Millionen Euro fließen in 17 neue Projekte und Zusammenschlüsse. Landwirtschaftsstaatssekretär Daniel Köfer hat die Förderbescheide am Mittwoch auf dem Hof Jung in Pohlheim-Holzheim überreicht. Der Hof selbst ist bereits Teil eines geförderten Projekts und zeigte vor Ort, wie die Forschung zu Mohnsorten in der Praxis funktioniert.
Das Geld verteilt sich auf zwei Bereiche: Neun sogenannte „Operationelle Gruppen“ setzen auf echte Innovationen. Hier geht es zum Beispiel um einen KI-Trainer für den Rebschnitt im Weinbau oder neue Strategien für bessere Haselnuss-Erträge. Auch die Tierhaltung wird modernisiert, etwa durch eine nachhaltigere Wassernutzung oder den Einsatz von Huminsäuren bei Geflügel, um Antibiotika einzusparen. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Verwertung von Brokkoli-Ganzpflanzen, Saatkartoffeln, klimafreundlichem Bauen mit Miscanthus oder neuen Bienen-freundlichen Sorghum-Sorten. Sogar ein Qualitätssystem für Hofkäse soll entwickelt werden.
Acht weitere Zusammenschlüsse konzentrieren sich auf die Zusammenarbeit und Netzwerke. Hier stehen regionale Themen im Vordergrund: Es geht um die Vermarktung von Streuobstprodukten im Main-Kinzig-Kreis und Kreis Offenbach sowie im Landkreis Kassel. Auch der Schutz vor der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) und die Förderung des Vogelsberger Roten Höhenviehs werden unterstützt. Zudem gibt es Geld für ein Kräuterforum, ein Netzwerk für Würfelgemüse in Nordhessen und ein Konzept für Landtourismus mit Tiny Houses.
Finanziert wird das Ganze größtenteils aus Brüssel. 80 Prozent der Summe kommen aus EU-Geldern, die restlichen 20 Prozent steuert das Land Hessen bei. Mit diesen neuen Vorhaben werden in der aktuellen Förderperiode nun insgesamt 23 Innovationsprojekte und 15 Kooperationen im Land unterstützt.