Euskirchen: Ausstellung zur Flutkatastrophe im Kreishaus
Im Kreishaus Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) gibt es aktuell etwas zu sehen, das an eine dunkle Zeit erinnert. Die Wanderausstellung „MemoriAHR“ zeigt die Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal vom Juli 2021. Wer die Ausstellung besuchen möchte, hat noch bis zum 28. August 2026 Zeit. Geöffnet ist sie während der normalen Öffnungszeiten des Kreishauses.
Vor einigen Wochen gab es im Kreis Euskirchen bereits eine andere Ausstellung. Diese hatte sich vor allem auf die Gebiete Erft, Urft und Olef konzentriert. Jetzt weitet die neue Schau den Blick auf das Nachbartal der Ahr aus. Die Ausstellung ist Teil eines größeren Projekts namens „Weg der Erinnerung für die Zukunft“. Dabei geht es um einen Weg von der Ahrquelle bis zur Mündung in den Rhein. Entlang dieses Weges stehen insgesamt 35 Stelen, eine weitere gibt es in Mainz. Auf diesen Tafeln wird erzählt, wie die Flut ablief, wie die Menschen die Krise bewältigten und wie der Wiederaufbau vorangeht.
In Euskirchen sieht man nun eine Auswahl dieser Informationstafeln. Besonders wichtig ist dabei, dass nicht nur Experten schreiben. Die Texte stammen von einer Bürgerinitiative und vielen Freiwilligen aus der Region. Sie erzählen ihre persönlichen Geschichten und ergänzen diese mit Fotos. Auch die Gemeinde Blankenheim ist in das Projekt eingebunden, da sie ebenfalls zum Einzugsbereich der Ahr gehört und 2021 schwer getroffen wurde.
Landrat Markus Ramers betont, dass die Katastrophe tief in das Gedächtnis der Region eingebrannt ist. Die Ausstellung soll den Betroffenen eine Stimme geben und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und Vorsorge sind. Hinter dem Ganzen steht eine 31-köpfige Bürgerinitiative, die von der Ethnologin Annette Holzapfel aus Remagen ins Leben gerufen wurde. Neben den Stelen und der Wanderausstellung gibt es auch ein digitales Angebot mit Videos und Berichten von Zeitzeugen.
Das Ziel der Organisatoren ist es, nicht nur an das Leid zu erinnern. Die Besucher sollen verstehen, dass solche Überschwemmungen in jedem Flusstal passieren können. Man will damit wachrütteln, dass eine gute Vorbereitung auf Naturkatastrophen lebenswichtig ist. Gleichzeitig wird gefeiert, wie viele Menschen nach der Flut aus allen Richtungen herbeigeeilt sind, um zu helfen.