Bobersen: Ein Blick auf die Geschichte des Ortes
Bobersen (Gemeinde Zeithain, Sachsen) hat eine lange Geschichte. Schon in sehr frühen Zeiten lebten hier Menschen, worauf Urnen aus sorbischer Zeit hindeuten. Erstmals in Schriftform erwähnt wurde der Ort im Jahr 1288 unter dem Namen „Pobrese“. Später, im Jahr 1696, wurde das Schloss erbaut und der Ort als Rittergut bezeichnet.
Das Schloss hat im Laufe der Jahre viele Besitzer gehabt. Im Jahr 1953 zog dort ein Kindergarten ein. Heute steht das Gebäude leer und verfällt zusehends.
Auch das Leben der Menschen war früher hart. Um 1840 lebten dort 398 Menschen. Sie arbeiteten als Tagelöhner, in der Schifffahrt oder in der Landwirtschaft. Es gab Handwerker wie Schmiede, Schuhmacher und Maurer im Ort. Eine Besonderheit war die Verbindung zur Kirche in Gröba: Da die Bewohner die Elbe überqueren mussten, wurden sie von vier Fährleuten mit großen Kahnen hin und her transportiert.
Ein interessantes Detail ist das Sühnekreuz an der Lessaer Straße. Eine Sage erzählt, dass ein Schuster es als Strafe für einen Totschlag aufstellen musste, bevor er aus dem Ort vertrieben wurde.
Das benachbarte Lessa wurde erstmals 1289 als Herrensitz erwähnt. Die Häuser standen dort ursprünglich direkt am Elbufer, was gefährlich war. Im Jahr 1799 riss der Gutsbesitzer Johann Georg Kurze die Gebäude ab und baute sie an der heutigen Stelle neu auf, um sie vor dem Eis und dem Wasser zu schützen. Später, am 1. Oktober 1936, schlossen sich Lessa und Bobersen zusammen.
Die Elbe war für die Menschen immer wieder eine Bedrohung. Schwere Überschwemmungen und Eisgang zerstörten über die Jahrhunderte immer wieder Häuser und Ernten. Im März 1784 verlor ein Gutsbesitzer in Lessa fast sein gesamtes Vieh. Im Jahr 1820 riss das Eis mehrere Gebäude in Bobersen und Lessa weg. Auch das Jahrhunderthochwasser im August 2002 hinterließ tiefe Spuren: 218 Grundstücke waren betroffen, einige davon waren danach sogar unbewohnbar.
Nach den Flutkatastrophen gelang es den Bewohnern jedoch immer wieder, den Ort aufzubauen. Die meisten Schäden aus dem Jahr 2002 sind heute beseitigt.
Quelle: Zeithain – zur Originalmeldung