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Bobersen blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück

Copyright und Urheber siehe Zeithain

Von alten Sühnekreuzen über ein verfallendes Schloss bis hin zu schweren Fluten: Die Gemeinde Zeithain erinnert an die Vergangenheit von Bobersen und Lessa.

Die Geschichte von Bobersen (Gemeinde Zeithain, Sachsen) reicht weit zurück. Schon in früher Zeit lebten hier Menschen, worauf gefundene Urnen sorbischen Ursprungs hindeuten. Erstmals in einer Schrift taucht der Ort im Jahr 1288 unter dem Namen „Pobrese“ auf. Später, im Jahr 1696, baute der General-Landzeugmeister Georg Ernst von Borau mit seiner Frau das Schloss, wodurch der Ort zum Rittergut wurde.

Das Schloss hat über die Jahrhunderte viele Besitzer gehabt, darunter Grafen und Kaufleute. Nach 1950 wurde es zum Volksgut und ab 1953 diente es als Kindergarten. Heute steht das Gebäude leer und verfällt zusehends.

Auch das Dorfleben war früher sehr vielfältig. Um 1840 lebten dort fast 400 Menschen. Sie arbeiteten in der Schifffahrt, auf dem Acker oder als Handwerker. Es gab einen Schmied, einen Schuhmacher und sogar Weinbau. Besonders war die Verbindung zur Kirche in Gröba: Da die Elbe im Weg war, wurden die Boberser für einen festen Lohn von vier Fährleuten mit großen Kähnen hinübergesetzt.

Ein interessantes Detail ist das Sühnekreuz an der Lessaer Straße. Die Sage erzählt, dass ein Schuster es aus Sandstein bauen musste, weil er jemanden getötet hatte. Danach wurde er aus dem Ort gejagt.

Der Ort Lessa, der seit dem 1. Oktober 1936 zu Bobersen gehört, hatte es besonders schwer. Die Häuser standen früher direkt an der Elbe und wurden oft von Eis und Fluten weggerissen. Erst um 1800 baute der Gutsbesitzer Johann Georg Kurze die Gebäude an ihrer heutigen, sichereren Stelle neu auf. Gemeinsam mit Bobersen errichtete Lessa im Jahr 1827 ein Schulhaus für 300 Thaler.

Die Bewohner mussten immer wieder gegen die Naturgewalten kämpfen. Schwere Überschwemmungen im Jahr 1784, 1804 und 1820 zerstörten Ernten und Häuser. Das letzte große Ereignis war das Jahrhunderthochwasser im August 2002. In Röderau-Bobersen waren 218 Grundstücke betroffen. 78 davon wurden sogar als unbewohnbar eingestuft. Erst sechs Jahre später waren die meisten Schäden beseitigt und das Leben kehrte in den Ort zurück.

Quelle: Zeithain – zur Originalmeldung

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