Bobersen blickt auf Geschichte und Flutkatastrophen zurück
Bobersen hat eine lange Geschichte, die bis in die Zeit der Sorben zurückreicht. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1288 unter dem Namen „Pobrese“. Später prägte das Rittergut den Ort, für das im Jahr 1696 ein Schloss gebaut wurde. Lange Zeit war das Gebäude ein Zentrum des Ortes, später diente es ab 1953 als Kindergarten. Heute steht das Schloss leer und verfällt zusehends.
Früher war das Leben in Bobersen von Handwerk und Landwirtschaft geprägt. Es gab Schmiede, Schuhmacher und Schiffbauer. Auch der Weinbau spielte eine Rolle. Besonders wichtig war die Elbe, die einerseits als Transportweg diente, aber andererseits immer wieder für große Probleme sorgte. Die Bewohner mussten oft mit Booten zur Kirche nach Gröba übergesetzt werden, wenn die Wege nicht passierbar waren.
Die Elbe brachte über die Jahrhunderte immer wieder Zerstörung. Schon im März 1784 gab es eine schwere Überschwemmung, bei der ein Gutsbesitzer in Lessa fast sein gesamtes Vieh verlor. Im Jahr 1820 riss das Eis mehrere Gebäude in Bobersen und Lessa einfach mit sich. Die Menschen mussten oft zusehen, wie Ernten vernichtet wurden oder das Heu im Wasser verrottete.
Auch die jüngere Geschichte ist von einer Katastrophe gezeichnet. Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 traf den Ort hart. Insgesamt wurden 218 Grundstücke erfasst. Bei 31 davon war die Nutzung nur noch eingeschränkt möglich, während 78 Grundstücke sogar als komplett unbewohnbar eingestuft wurden. Sechs Jahre später waren die meisten Schäden beseitigt und das Leben im Ort kehrte zurück.
Neben den Fluten gibt es in Bobersen auch kulturelle Besonderheiten, wie ein Sühnekreuz an der Lessaer Straße. Einer Sage nach musste ein Schuster dieses Kreuz als Strafe für einen Totschlag errichten, bevor er aus dem Ort vertrieben wurde.
Quelle: Zeithain – zur Originalmeldung