Winsen: Filme gegen Vorurteile bei psychischen Krankheiten
Psychische Krankheiten sind oft ein Tabuthema. Man sieht den Betroffenen nichts an, und viele Menschen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Deshalb startet der Sozialpsychiatrische Verbund im Landkreis Harburg (Niedersachsen) nun ein neues Projekt: die Sozialpsychiatrischen Filmtage im Kinocenter Winsen.
Die Idee dahinter ist einfach. Filme können Themen oft besser transportieren als trockene Fachvorträge. Die Zuschauer tauchen in die Welt der Figuren ein und nehmen eine andere Perspektive ein. So sollen Hürden und Vorurteile abgebaut werden. Es geht nicht darum, was an einem Menschen nicht stimmt, sondern was ihm passiert ist und wie man ihm helfen kann.
Insgesamt werden drei Filme gezeigt, jeweils mit einer anschließenden Diskussion mit Fachleuten. Los geht es am 2. September um 19 Uhr mit dem Animationsfilm „Alles steht Kopf“. Dabei geht es um Gefühle und Störungen wie eine Borderline-Erkrankung. Am 9. September folgt der Film „Systemsprenger“, der zeigt, was passiert, wenn Hilfe-Systeme und Betroffene an ihre Grenzen kommen. Zum Abschluss wird am 16. September „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ gezeigt. Hier steht die Schizophrenie im Mittelpunkt.
Die Teilnahme an den Filmtagen ist kostenlos und man muss sich nicht vorher anmelden. Wer möchte, kann vor Ort eine Spende für einen guten Zweck hinterlassen. Die Organisatoren hoffen, dass das Format jährlich wiederholt werden kann, um Menschen aus verschiedenen Bereichen ins Gespräch zu bringen.