Wiesbaden: Neue Vorsorge gegen Lungenkrebs wird Kassenleistung
In den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (Wiesbaden) wurde ein neues Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs vorgestellt. Seit dem 1. April 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für dieses Screening. Das ist wichtig, weil Lungenkrebs oft erst entdeckt wird, wenn es schon zu spät ist und die Heilungschancen gering sind.
Das Screening ist für Menschen zwischen 50 und 75 Jahren gedacht, die viel geraucht haben – konkret mindestens 15 Packungsjahre. Wer aktuell raucht oder vor maximal zehn Jahren aufgehört hat, kann die Untersuchung nutzen. Dabei kommt eine spezielle Computertomografie zum Einsatz. Diese benötigt bis zu 90 Prozent weniger Strahlung als ein normales CT, liefert aber trotzdem präzise Bilder der Lunge. Ziel ist es, Tumore so früh zu finden, dass man sie noch operieren kann.
Neben der Krebsvorsorge ging es bei dem Besuch von Gesundheitsministerin Diana Stolz und dem Bundesdrogenbeauftragten Hendrik Streeck auch um den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Besonders im Blick stehen E-Zigaretten und Nikotinbeutel. Die Ministerin kritisierte, dass diese Produkte oft mit süßen Geschmacksrichtungen wie Cola oder Erdbeere als Lifestyle-Produkte vermarktet werden, um junge Leute anzulocken. Dabei enthalten die Dämpfe Stoffe, die Krebs auslösen können.
Hessen will hier strenger durchgreifen. Das Land fordert eine einheitliche Regelung für Nikotinbeutel in ganz Deutschland und ein Verbot von Aromen in Tabakprodukten. Ein erster Erfolg sei das Lachgasverbot, das seit April gilt und auf einen Antrag aus Hessen zurückgeht. Zudem wird eine Erhöhung der Tabaksteuer als Mittel genannt, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten.
Die Ministerin betonte, dass Prävention und Eigenverantwortung Hand in Hand gehen. Wer sich gesund ernährt, bewegt und Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, könne viele schwere Krankheiten verhindern. Für Menschen, die bereits eine Suchterkrankung haben, gibt es in Hessen ein Netz aus Beratungs- und Hilfsangeboten über die Hessische Landesstelle für Suchtfragen.