Biblis wird Standort für ersten deutschen Laserfusionshub
In Biblis (Kreis Bergstraße, Hessen) wird der erste deutsche Laserfusionshub errichtet. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat entschieden, diesen Standort zu fördern. Ein Zusammenschluss der Firmen Focused Energy und Marvel Fusion hat den Zuschlag für das Projekt bekommen.
Das Ziel ist es, die Kernfusion zu erforschen und weiterzuentwickeln. Diese Technik ahmt nach, wie die Sonne Energie erzeugt. Wenn es funktioniert, könnte das eine riesige Menge an sauberem und bezahlbarem Strom liefern, ohne dass CO2 entsteht. Zudem fallen deutlich weniger radioaktive Abfälle an als bei der herkömmlichen Kernspaltung.
Für den Start gibt es eine erste Geldspritze vom Bund über 125 Millionen Euro. Diese Summe wird auf drei verschiedene Zentren in Deutschland aufgeteilt. Insgesamt hat die Bundesregierung über zwei Milliarden Euro für die gesamte Fusionsforschung eingeplant. Das Land Hessen hat das Projekt bereits vorbereitet und zuvor selbst rund 32 Millionen Euro in das Start-up Focused Energy gesteckt. In den letzten fünf Jahren flossen insgesamt knapp 90 Millionen Euro in die Forschung in Hessen.
Die Landesregierung will den Aufbau in Biblis nun mit weiteren finanziellen und politischen Hilfen unterstützen. Die Politik hofft, dass durch die neue Technologie zukunftssichere Arbeitsplätze in der Region entstehen und Hessen weltweit eine Vorreiterrolle bei der Energieversorgung übernimmt.
Der neue Hub ist Teil des Programmen „Fusion 2040“. Neben der Laserfusion in Biblis gibt es noch Zentren für die Magnetfusion sowie für Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung. Gemeinsam sollen diese Zentren das Wissen von Wissenschaft und Industrie bündeln, damit die Technik bald marktreif wird.