Schleswig-Holstein: Warnung vor Betrug mit Trading-Plattformen
Der Traum vom schnellen Geld im Internet kann teuer werden. Betrüger locken Menschen über soziale Netzwerke wie WhatsApp, Online-Werbung oder persönliche Kontakte an. Sie versprechen hohe Gewinne durch Trading-Plattformen, die auf den ersten Blick absolut seriös wirken. Die Täter geben sich als erfahrene Anlageberater aus und nutzen sogar Künstliche Intelligenz, um ihre Opfer gezielt anzusprechen und zu immer höheren Einzahlungen zu bewegen.
Auf den gefälschten Internetseiten wird den Kunden eine positive Entwicklung ihres Geldes vorgespielt. In Wahrheit wird das Geld aber niemals angelegt. Sobald die Opfer versuchen, ihre angeblichen Gewinne abzuheben, merken sie, dass alles gelogen war. Das eingezahlte Geld ist weg und die Berater sind verschwunden. Allein im Jahr 2025 hat das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein (Sitz in Kiel) Schäden von mehr als 41 Millionen Euro registriert. Das sind rund 75 Prozent mehr als im Vorjahr.
Besonders schlimm ist, dass die Betrüger psychologisch geschult sind. Sie wissen genau, wie sie Druck ausüben können. Wer einmal angebissen hat, ist oft in einer Abwärtsspirale aus Scham und Verzweiflung gefangen. Das macht die Menschen anfällig für weitere Betrügereien. So passierte einer Frau im südlichen Schleswig-Holstein genau das: Nachdem sie bereits ihr Geld bei den Trading-Betrügern verloren hatte, vertraute sie Menschen, die sich als Polizisten ausgaben. Diesen händigte sie schließlich Bargeld und Schmuck aus.
Das LKA und der WEISSE RING raten deshalb zur Vorsicht. Wer misstrauisch wird, wenn Gewinne zu hoch erscheinen, sollte nicht alleine entscheiden, sondern mit Freunden oder der Familie sprechen. Bevor Geld überwiesen wird, sollte man die Plattformen genau prüfen, zum Beispiel über die Datenbank der BaFin. Sensible Daten wie Online-Banking-Zugänge dürfen niemals herausgegeben werden.
Wer glaubt, Opfer geworden zu sein, sollte sofort Anzeige bei der Polizei erstatten und seine Konten sperren lassen. Die Ermittlungen in den verschiedenen Fällen dauern an.
Quelle: Landeskriminalamt Schleswig-Holstein – zur Originalmeldung