Sachsen setzt auf Pilger zum Weltpilgertag
Am kommenden Sonntag, dem 26. Juli 2026, ist Weltpilgertag. Der Tag ist dem Heiligen Jakobus des Älteren gewidmet. Für die sächsische Ministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, ist das ein passender Moment, um auf das Pilgern in Sachsen aufmerksam zu machen. Sie sieht darin nicht nur eine spirituelle Erfahrung, sondern auch eine Chance für den Tourismus in den ländlichen Regionen. Viele Menschen suchen heute bewusst die Entschleunigung und eine Pause vom stressigen Alltag.
Um den Pilgern den Weg zu erleichtern, gibt es nun das neue Signet »Pilgerkirche«. Die erste Auszeichnung in dieser Form erhielt im Mai 2026 die Hospitalkirche Lößnitz. Das Siegel zeigt an, dass die Kirche im Sommerhalbjahr vom 1. April bis zum 30. September an mindestens fünf Tagen pro Woche für mindestens fünf Stunden geöffnet ist. So haben Menschen, die nicht zu einem Gottesdienst kommen, einen Ort für Stille und Ruhe.
Damit die Qualität der Wege und die Vernetzung im Land stimmen, gibt es seit 2021 die Wander- und Pilgerakademie Sachsen (WPA) mit Sitz in Kohren-Sahlis. Diese wird vom Landestourismusverband Sachsen e.V. finanziert und von der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen umgesetzt. Über einen speziellen Fonds wurden bereits mehr als 400 Projekte mit insgesamt rund 780.000 Euro gefördert. Das Geld floss unter anderem in neue Wegbeschilderungen, Infotafeln, Aussichtspunkte und die Ausstattung von Unterkünften. Zudem werden dort Wanderführer und Pilgerbegleiter ausgebildet, um das Ehrenamt zu sichern.
In Sachsen gibt es verschiedene bekannte Routen. Die Via Imperii führt von Stettin über Leipzig Richtung Süden. Der Sächsische Jakobsweg zweigt bei Bautzen von der Via Regia ab und verläuft über Dresden, Chemnitz und Zwickau bis nach Hof. Wer sich für die Reformation interessiert, kann den Lutherweg Sachsen als Rundweg nutzen. Neben diesen großen Routen gibt es viele kleine regionale Pfade durch die sächsische Landschaft.
Wer mehr wissen will oder sich über die Ausbildung informieren möchte, findet Details auf den Internetseiten des Landestourismusverbandes Sachsen oder der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen.