Landkreis Meißen bekommt grünes Licht für Haushalt 2026
Der Landkreis Meißen (Sachsen) darf im Jahr 2026 wieder planen und investieren. Die Landesdirektion Sachsen hat den Haushalt offiziell freigegeben. Das bedeutet vor allem, dass der Landkreis nun wieder Spielraum hat, um wichtige Projekte anzugehen. Insgesamt geht es im Ergebnishaushalt für 2026 um eine Summe von rund 579,9 Millionen Euro.
Das Geld wird dringend gebraucht. Der Landkreis plant Investitionen in Höhe von 58,7 Millionen Euro. Das Geld soll in den Ausbau von Breitband-Internet, in Schulen, den Rettungsdienst, den Straßenbau und den öffentlichen Nahverkehr fließen. Da die staatlichen Zuschüsse nicht ausreichen, darf der Landkreis dafür knapp 14,1 Millionen Euro über Kredite aufnehmen.
Doch die gute Nachricht vom Start hat einen Haken: Die finanzielle Lage ist nach wie vor kritisch. Der Haushalt für 2026 weist ein riesiges Loch von minus 73,3 Millionen Euro auf. Die Reserven sind komplett aufgebraucht. Das bedeutet, dass der Landkreis seine Ausgaben in Zukunft nur noch über Kassenkredite bezahlen kann. Hauptgrund für die Misere sind die steigenden Kosten im Sozialbereich. Selbst Sparmaßnahmen konnten das Defizit nicht ausgleichen.
Dass die Genehmigung überhaupt zustande kam, liegt an einer Sonderregel. Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat am 21. Juli 2025 einen Erlass veröffentlicht. Dieser erlaubt es Kommunen in einer außergewöhnlichen Notlage, höhere Kredite aufzunehmen, um handlungsfähig zu bleiben. Diese Erleichterung gilt auch für die Jahre 2027 und 2028. Die neuen Kassenkredite müssen bis spätestens 2037 zurückgezahlt werden.
Die Landesdirektion knüpft die Genehmigung jedoch an strenge Bedingungen. Der Landkreis muss spätestens bis zum Haushalt 2029 ein Konzept vorlegen, wie die Finanzen dauerhaft wieder ausgeglichen werden sollen. Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen, betonte, dass der Sparkurs konsequent weitergeführt werden müsse.
Die stellvertretende Landrätin Janet Steinbach-Putz sieht die Situation kritisch. Sie betont, dass viele sächsische Landkreise in der gleichen Klemme stecken. Aus ihrer Sicht braucht es bessere Lösungen vom Land bei der Finanzierung und Entscheidungen vom Bund, um die Wirtschaft zu stärken.
Für die Gemeinden im Landkreis gibt es eine kleine Entlastung: Der Kreisumlagesatz für 2026 bleibt bei 35,88 Prozent und steigt damit im Vergleich zum Vorjahr nicht an.