München lehnt Finanzmodell für sozialen Wohnungsbau ab
Einige Stadtratsmitglieder der CSU und der Freien Wähler hatten eine Idee: Die städtische Wohnungsgesellschaft „Münchner Wohnen“ sollte ein spezielles Finanzierungsmodell für die Bürger auflegen. So hätten die Menschen in München (Landeshauptstadt Bayern) ihr Geld direkt in den Bau neuer Wohnungen oder die Sanierung alter Häuser stecken können. Die Stadtsparkasse München und andere Banken sollten dabei helfen.
Jetzt hat die Stadtbaurätin Elisabeth Merk auf diesen Antrag geantwortet und die Idee abgelehnt. Ein Hauptgrund ist rechtlicher Natur. Wer Geld vom Publikum einsammelt, braucht eine Banklizenz. Das Ganze müsste über eine sogenannte Bürgerschaftsanleihe laufen. Das bedeutet: Es müssten komplizierte Prospekte erstellt und strenge Regeln eingehalten werden.
Zudem warnt die Stadt vor den Risiken für die Bürger. Wer solche Anleihen kauft und sein Geld vorzeitig zurück möchte, könnte auf Kursverluste reinfallen und Geld verlieren. Die Stadt sieht darin ein zu großes Risiko für die Anleger.
Ein weiterer Punkt ist das Geld selbst. Die „Münchner Wohnen“ haben derzeit eine sehr gute Kreditwürdigkeit. Das heißt, sie bekommen sowieso schon relativ günstige Kredite von Banken. Ein neues Modell für Bürger wäre daher viel zu aufwendig und würde kaum Vorteile bringen. Außerdem würde mehr Schulden machen die Zinslast höher. Um das zu bezahlen, müssten am Ende vermutlich die Mieten steigen.
Die Stadt sieht die Angelegenheit damit als erledigt an. Ob es andere Wege gibt, die Bürger stärker in den Wohnungsbau einzubinden, ist derzeit nicht bekannt.
Quelle: München – zur Originalmeldung