München prüft teure Pop-up-Wohnungen für Azubis
In München (Bayern) wird es für junge Leute immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Deshalb hatten Stadtrats-Mitglieder der SPD und Volt vorgeschlagen, auf unbebauten städtischen Grundstücken sogenannte Pop-up-Wohnungen zu bauen. Das Ziel war es, schnell und flexibel Wohnraum für Azubis zu schaffen, ähnlich wie es in Wien gemacht wird.
Die Stadt hat das Vorhaben nun genau geprüft. Als möglicher Standort wurden Grundstücke an der Bodenseestraße 200 im Stadtteil Pasing ins Auge gefasst. Dort sollten Modulbauten entstehen, die man theoretisch später an einen anderen Ort versetzen könnte.
Doch die Zahlen aus der Projektstudie der „Münchner Wohnen“ sind ernüchternd. Für eine Anlage mit 48 Betten, die in 12 Wohngruppen aufgeteilt werden sollten, fallen geschätzte Kosten von rund 8,15 Millionen Euro an. Das bedeutet, dass ein einziger temporärer Schlafplatz etwa 170.000 Euro kosten würde.
Noch teurer wird es, wenn die Häuser tatsächlich umziehen sollen. Für jeden Standortwechsel müssten zusätzlich etwa 2,2 bis 2,3 Millionen Euro eingerechnet werden. Das sind fast 30 Prozent der ursprünglichen Baukosten.
Auch zeitlich bringt die Idee kaum Vorteile. Von der Ausschreibung bis zum Einzug würde es immer noch zweiinhalb bis drei Jahre dauern. Nur die reine Bauzeit der Module wäre kürzer als bei einem normalen Haus.
Stadtbaurätin Elisabeth Merk sagt zwar, dass die Idee technisch machbar und begrüßenswert sei, aber die Finanzierung stehe im Weg. Da die Stadt sparen muss, gäbe es derzeit kein Geld für diesen teuren Neubau. Stattdessen will die Stadt nun prüfen, ob man temporäre Wohnformen in bereits bestehenden Gebäuden unterbringen kann.
Ob und wie die Stadt nun alternative Lösungen für die Azubis findet, bleibt abzuwarten.
Quelle: München – zur Originalmeldung