München hält an Tram-Bau in Heidemannstraße fest
In München (Bayern) gibt es Streit um die neue Straßenbahn im Norden. Mehrere Stadtrats-Mitglieder der ÖDP und der München-Liste hatten einen Antrag gestellt. Sie wollten, dass die Planungen für die Tram in der Heidemannstraße gestoppt werden. Stattdessen schlugen sie einen Expressbus vor, der billiger und einfacher umzusetzen sei.
Die Kritiker machen sich vor allem Sorgen um die Natur und die Sicherheit. Wenn die Tram in der Mitte der Straße gebaut wird, müsste die gesamte Heidemannstraße inklusive der Gehwege neu gemacht werden. Das würde viel Geld kosten. Außerdem müssten mehrere hundert Bäume gefällt werden. Die Stadt könne diese nicht einfach durch neue Bäume zwischen den Gleisen ersetzen, weil diese wegen der Oberleitungen niemals richtig groß werden würden. Auch Radfahrer hätten Nachteile, da der schützende Grünstreifen zwischen dem Radweg und den Autos wegfallen würde.
Das Mobilitätsreferat und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) weisen diese Forderungen nun zurück. Die Stadt betont, dass die Tram im Vergleich zum Bus viel mehr Menschen transportieren kann. Das ist besonders wichtig, weil das Viertel Neufreimann schnell wächst und eine leistungsstarke Anbindung braucht. Eine Berechnung hat ergeben, dass der Nutzen der Tram deutlich über den Kosten liegt. Deshalb gibt es auch Fördergelder vom Bund und vom Land Bayern.
Das Projekt ist bereits weit fortgeschritten: Der erste Spatenstich für die neue Strecke erfolgte schon im Oktober 2025. Geplant ist eine Verlängerung der Linie 23 vom Schwabing Nord bis zum U-Bahnhof Kieferngarten mit sechs Haltestellen. Ein weiterer Abschnitt führt von Neufreimann bis zum Bahnhof Am Hart mit sieben weiteren Stationen. So können Fahrgäste schnell in die U2 umsteigen oder zum BMW-Standort gelangen.
Zukünftig soll das Netz noch weiter ausgebaut werden. Geplant ist eine weitere Verbindung vom Hauptbahnhof über den Petuelring in Richtung Norden. Die Stadt versichert, dass bei der Planung alle Interessen – auch die von Radfahrern und der Naturschutz – sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Mit der Antwort an die Stadträte sieht die Verwaltung die Angelegenheit nun als erledigt an.
Quelle: München – zur Originalmeldung