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München gedenkt NSU-Opfer Habil Kılıç

Foto: Kulturreferat)

Zum 25. Todestag von Habil Kılıç hat die Stadt München eine stille Gedenkfeier abgehalten. Der Geschäftsmann war eines der Opfer der rechtsterroristischen NSU-Mordserie.

Am Samstag, den 29. August, trafen sich einige Menschen in der Bad-Schachner-Straße 15 in München (Bayern). Um 9 Uhr legte Bürgermeisterin Mona Fuchs dort an der Gedenktafel einen Kranz nieder. Die Feier fand im kleinen Kreis statt, die Presse war nicht dabei.

Erinnert wurde an Habil Kılıç. Er wurde am 29. August 2001 in seinem eigenen Obst- und Gemüseladen im Stadtteil Ramersdorf ermordet. Kılıç war 38 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Die Täter waren Mitglieder des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Sie handelten aus rassistischen Motiven.

Insgesamt tötete der NSU zwischen 2000 und 2006 zehn Menschen. Das waren neun Kleinunternehmer mit griechischen oder türkischen Wurzeln sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter. Habil Kılıç war das vierte Opfer dieser Serie.

Die Stadt München räumt ein, dass die Aufarbeitung schwierig war. Damals suchte die Polizei die Täter zuerst im privaten Umfeld von Kılıç. Die Familie hatte zwar schon früh gesagt, dass es einen rechtsextremen Hintergrund geben könnte, doch die Ermittler glaubten ihnen nicht. Das führte dazu, dass die Opfer und ihre Familien zusätzlich belastet und abgestempelt wurden.

Bürgermeisterin Fuchs betonte, dass die Stadt eine besondere Verantwortung trage. In München wurden zwei Menschen durch den NSU getötet. Zudem gab es hier Untersuchungsausschüsse zum Versagen der Behörden und den großen NSU-Prozess. Viele Angehörige sind mit dem Urteil des Prozesses unzufrieden; es gibt bis heute offene Fragen.

Die Fachstelle für Demokratie der Stadt warnte zudem davor, Rechtsterrorismus als Randerscheinung abzutun. Man müsse wachsam bleiben, um die Demokratie zu schützen.

Quelle: München – zur Originalmeldung

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