München: Stadtkämmerer weist satirische Budget-Vorschläge ab
In München (Landeshauptstadt Bayern) sorgten drei Anträge der Stadträtin Marie Burneleit (Die PARTEI) für Aufsehen in der Stadtverwaltung. Die Politikerin hatte im Dezember 2025 Vorschläge eingereicht, wie die Stadt mehr Geld einnehmen oder Finanzen fairer verteilen könne. Dabei ging es unter anderem darum, den Haushalt wie eine Lotterie zu organisieren: Anmeldungen für Gelder sollten zufällig gezogen werden, bis das Geld leer ist und der Kämmerer „Stopp“ ruft.
Auch das Oktoberfest sollte laut den Anträgen kommerzieller genutzt werden. Der traditionelle Anstich „O’zapft is“ sollte an den Höchstbietenden versteigert werden. Gezielte Angebote sollten dabei an reiche Oligarchen, Unternehmen oder Organisationen wie die FIFA und UEFA gehen. Zudem schlug die Stadträtin vor, mehr kommerzielle Veranstaltungen in der Stadt zuzulassen, um die Kassen aufzufüllen.
Stadtkämmerer Christoph Frey reagierte nun schriftlich auf die Forderungen. Er stellte klar, dass es sich bei den Anträgen erkennbar um Satire handelt. Deshalb gab es keine offizielle Vorlage im Stadtrat, sondern nur dieses Antwortschreiben. Frey kritisierte zudem, dass sein Team Zeit für die Bearbeitung aufwenden musste, während es dringendere Aufgaben gibt. Die Kosten dafür trügen die Münchner Steuerzahler.
In der Sache selbst schüttelte die Verwaltung die Ideen weg. Eine Verlosung des Budgets sei rechtlich nicht möglich, da der Haushalt klar und wahrheitsgemäß sein müsse. Die Idee, mit dem Oktoberfest-Anstich Geld zu verdienen, gehe komplett fehl. Das Fest sei ein Betrieb gewerblicher Art, bei dem die Einnahmen aus Standgeldern nur die Kosten decken dürfen. Gewinne machen sei hier verboten.
Auch mehr kommerzielle Events seien nicht einfach so möglich. Das Kreisverwaltungsreferat erklärte, dass Lärmschutzregeln gelten. So dürften sogenannte „seltene Ereignisse“ mit mehr Lärm nur an maximal 18 Tagen pro Jahr stattfinden. An Orten wie dem Königsplatz sei dieses Limit oft schon erreicht. Zudem spielten mögliche Einnahmen für die Stadtkasse bei der Genehmigung von Festen keine Rolle.
Der Kämmerer hofft nun, dass die Angelegenheit mit diesen Ausführungen erledigt ist.
Quelle: München – zur Originalmeldung