München: Aus für die Nachbarschaft Schwabing in der Seidlvilla
Seit 30 Jahren ist die „Nachbarschaft Schwabing“ in der Seidlvilla in München (Bayern) eine feste Anlaufstelle im Viertel. Rund 7.000 Menschen nutzen dort jedes Jahr Angebote wie Deutschkurse, Hilfe bei Behördenbriefen oder die Kinderbetreuung. Doch zum 1. April 2026 endet diese Zeit.
Der Grund für das Aus liegt beim Träger. Der Verein Seidlvilla e.V. hat beim Stadtjugendamt beantragt, den Fördervertrag zum 31. März 2026 aufzuheben. Die Stadt hat zwar mehrere Gespräche mit dem Verein geführt, doch der Verein bleibt bei seinem Wunsch, die Trägerschaft zu beenden. Deshalb hat die Stadt auch keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten geprüft.
Das Sozialreferat sieht die Schließung aus seiner Sicht vertretbar. Die Verwaltung hat die Lage geprüft und beschlossen, das Angebot nicht neu auszuschreiben. Ein Grund dafür ist, dass das Gebiet um die Giselastraße laut einer Analyse von 2023 kaum soziale Herausforderungen aufweist. Zudem gibt es in der Nähe andere Einrichtungen, wie die Senioren-Volkshochschule Seidlvilla oder das ASZ-Schwabing-Ost. Auch drei weitere Nachbarschaftstreffs im Umkreis von etwa zwei bis zweieinhalb Kilometern stehen zur Verfügung.
Im Stadtrat gibt es jedoch Gegenwind. Mehrere Fraktionen, darunter SPD, Grüne, CSU und Freie Wähler, haben einen Antrag gestellt. Sie wollen die ehrenamtlichen Strukturen der „Nachbarschaft Schwabing“ langfristig sichern und in das neue Betriebskonzept der Villa einbinden. Das Kulturreferat hat dazu bereits Gespräche mit dem neuen Träger der Seidlvilla geführt. Die Ergebnisse dieser Gespräche sollen dem Stadtrat bald in einer Vorlage präsentiert werden.
Quelle: München – zur Originalmeldung