München: Baupfusch am Dachsportplatz des Asam-Gymnasiums
Am Asam-Gymnasium in München (Bayern) herrscht Frust über eine eigentlich moderne Anlage. Auf dem Dach der neuen Sporthalle sollte ein Allwettersportplatz entstehen. Doch die Freude hielt nicht lange. Schon im Frühjahr 2023 bildeten sich erste Vertiefungen im Boden. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer, bis der Platz im Jahr 2025 komplett gesperrt werden musste.
Ein Sachverständiger hat die Ursache für das Problem gefunden: In der Tragschicht gibt es Beschädigungen. Labortests zeigten, dass das Material nicht die versprochene Druckfestigkeit hat. Zudem gab es eine chemische Reaktion, die das Bindemittel angegriffen hat. Kurz gesagt: Hier wurde gepfuscht.
Jetzt muss fast alles raus. Laut Sanierungskonzept müssen der Kunststoffbelag, die Tragschicht und die gesamte Ausgleichsschicht darunter komplett ausgetauscht werden. Die Stadt will die Kosten für die Reparatur sowie die bisherigen Untersuchungskosten im mittleren fünfstelligen Bereich von den Planungsbüros und der Baufirma zurückholen.
Das Problem: Die Firmen weigern sich, das Geld zu zahlen. Deshalb hat das Baureferat ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren eingeleitet. Erst wenn ein gerichtlich bestellter Experte die Mängel offiziell aufgenommen hat, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Wenn es dann endlich losgeht, wird die Sanierung etwa ein halbes Jahr dauern.
Für die Schüler ist die Lage schwierig. Zwar gibt es eine Dreifachsporthalle und eine Laufbahn, aber für den kompletten Sportunterricht im Freien reicht das nicht aus. Manche Klassen müssen zu anderen Sportflächen in der Umgebung ausweichen, was wertvolle Unterrichtszeit kostet. Dass es keine weiteren Alternativen auf dem Gelände gibt, liegt unter anderem daran, dass auf Wunsch der Schulleitung ein zweiter geplanter Allwetterplatz gestrichen wurde, um stattdessen ein Atrium zu bauen.
Die Stadt betont, dass dies der erste Sportplatz dieser Art auf einem Hallendach in München war. Da es dafür kaum technische Normen gibt, wurde das Projekt eigentlich eng begleitet. Trotzdem ist es schiefgelaufen. Die Stadt hat nun einen neuen Belagsaufbau entwickelt, um solche Fehler bei künftigen Projekten zu vermeiden.
Ob und wann die Sanierung genau beginnt, hängt nun vom Ausgang des Gerichtsverfahrens ab. Die Ermittlungen zur Kostenübernahme dauern an.
Quelle: München – zur Originalmeldung