München: Altes Bahnwärterhäuschen bleibt wohl leer
In der Geiselgasteigstraße 265 (München) steht ein altes Bahnwärterhäuschen, das unter Denkmalschutz steht. Der Eigentümer möchte das Gebäude gerne wieder nutzen und sanieren. Dafür braucht er allerdings eine Baugenehmigung. Diese bekommt er derzeit nicht, weil es ein Problem mit der Erschließung des Grundstücks gibt.
Das Problem ist simpel: Das Grundstück hat keinen eigenen Zugang zu einer öffentlichen Straße. Wer zum Haus will, muss über ein Gelände der Stadtwerke München (SWM) fahren. Dort befindet sich eine Wendeschleife der Tram, die täglich von vielen Menschen genutzt wird. Zwar gibt es einen Vertrag, der die Zufahrt erlaubt, doch für eine offizielle Baugenehmigung reicht das rechtlich nicht aus.
Ein Stadtrat der CSU mit den Freien Wählern hatte gefordert, dass die Stadt die SWM anweisen solle, eine rechtliche Lösung zu finden. Damit wäre der Weg für den Bau frei gewesen. Die Stadtverwaltung lehnt dies jedoch ab. Der Grund sind die Pläne für den öffentlichen Nahverkehr: In der Gegend wird gerade der neue Bahnhalt „Menterschwaige“ gebaut. Zudem sind für das Jahr 2029 ein Streckenumbau und für 2035 ein Umbau der Wendeschleife geplant.
Würde man dem Eigentümer ein dauerhaftes Wegerecht (eine sogenannte Dienstbarkeit) eintragen, könnten diese wichtigen Bauprojekte für die Tram behindert oder sogar verhindert werden. Das würde laut Stadt das öffentliche Interesse gefährden und könnte hohe Kosten verursachen. Die SWM signalisieren zwar, dass sie Wohnraum in München begrüßen, aber die Tram hat hier Vorrang.
Da sich die rechtliche Lage seit 2006 nicht geändert hat, bleibt das Gebäude vorerst in seinem Zustand. Ob der Eigentümer einen anderen Weg findet, um das Haus doch noch zu retten, ist derzeit nicht bekannt.
Quelle: München – zur Originalmeldung