Ministerin besucht Hilfsprojekt für Kinder in Neuwied
Die rheinland-pfälzische Sozial- und Jugendministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler war im Rahmen ihrer Sommerreise im Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz) zu Gast. Im Max-zu-Wied-Saal des Kreishauses ging es um das Projekt „KipsE“. Das ist eine Koordinationsstelle, die Kindern hilft, deren Eltern psychisch krank sind oder unter einer Sucht leiden.
Landrat Achim Hallerbach und die Koordinatorin Laura Rockenfeller erklärten der Ministerin, warum dieses Konzept so wichtig ist. Solche Kinder sind oft einer großen Belastung ausgesetzt, was von außen aber lange Zeit nicht zu sehen ist. Das Risiko, dass die Kinder später selbst krank werden, ist deshalb viel höher. Das Ziel in Neuwied ist es, frühzeitig einzugreifen und genau die Hilfe zu bieten, die gerade passt.
Bei dem Treffen waren auch Partner aus der Region dabei. So ist die Caritas für die Fachkräfteschulung „Kind s/Sucht Familie“ im Landkreis zuständig. Zudem gibt es das Angebot „FRANA“ von den Zeitgeist Erziehungshilfen. Dabei handelt es sich um Schulungen in mehreren Kindertagesstätten, die seit drei Jahren laufen. Franlin Toma von den Erziehungshilfen erklärte, dass die Kinder dadurch stärker werden sollen, um mit schwierigen Lebenssituationen besser klarzukommen.
Auch die medizinische Seite ist eingebunden. Caroline Alsbach-Löhr, die Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Waldbreitbach, betonte, dass die Krankheit eines Elternteils immer die ganze Familie betrifft. Wenn die Hilfe früh greift, haben die Kinder eine echte Chance, später nicht selbst als Patienten in der Klinik zu landen.
Landrat Hallerbach wünscht sich nun, dass solche Vorbeugungen öfter genutzt werden. Er verwies auf ein Modell aus Baden-Württemberg, bei dem die Hilfe direkt dort ansetzt, wo die Eltern behandelt werden. Er appellierte an die Ministerin, solche Ansätze auch in Rheinland-Pfalz stärker zu fördern, um Versorgungslücken zu schließen.