Landkreis Neuwied startet Lebensretter-App ProHerzschlag
Wenn das Herz plötzlich aufhört zu schlagen, bleibt keine Zeit zu verlieren. In diesen Minuten entscheidet sich oft, ob ein Mensch überlebt oder bleibende Schäden am Gehirn davonträgt. Um genau hier schneller zu helfen, hat der Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz) das System „ProHerzschlag“ eingeführt. Landrat Achim Hallerbach stellte die App kürzlich im Max-zu-Wied-Saal des Kreishauses vor.
Das Prinzip ist einfach: Kommt in der Leitstelle ein Notruf wegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands rein, wird wie gewohnt der Rettungsdienst geschickt. Gleichzeitig schickt das System aber einen Alarm an registrierte Ersthelfer, die sich in einem Umkreis von zwei Kilometern befinden. Diese Freiwilligen können so schon vor Ort mit der Wiederbelebung beginnen oder einen Defibrillator (AED) mitbringen, noch bevor der Krankenwagen eintrifft.
Das System ist kein bloßer Plan, sondern läuft seit Mitte Juli bereits im Live-Betrieb. Es gab schon die ersten echten Einsätze. Die Idee stammt aus einem europäischen Projekt, bei dem man vor allem von den Niederlanden gelernt hat, wo solche Ersthelfer-Netzwerke schon lange funktionieren.
Damit das System hilft, braucht es aber genügend Leute in der App. Wer mitmachen will, hat zwei Möglichkeiten: Menschen ohne medizinische Ausbildung können an kostenlosen Schulungen vom DRK oder den Maltesern teilnehmen. Wer bereits vom Fach ist – also Ärzte, Sanitäter oder Pflegekräfte –, kann seine Qualifikation nachweisen und ein kurzes Online-Training machen. Danach werden sie für die Alarme freigeschaltet.
Langfristig soll das Netzwerk noch größer werden. Geplant ist, dass auch weitere Gebiete an das System angeschlossen werden, damit die Hilfe überall im Land schnell eintrifft. Die Ermittlungen zur optimalen Ausweitung des Netzes dauern an.