Lüchow-Dannenberg: Schüler fordern bessere Busse und mehr Freizeit
An der Jeetzel-Oberschule in Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen) haben 43 Schülerinnen und Schüler zwei Vormittage lang Politik gemacht. Die Jugendlichen aus der 9. Klasse der Oberschule und der 11. Klasse des Gymnasiums haben in einem Jugendforum diskutiert, was in ihrem Alltag schiefläuft und wo es hakt.
Am ersten Tag sammelten die Jugendlichen ihre Wünsche und Probleme. Am zweiten Tag bildeten sie Arbeitsgruppen und bastelten Plakate. Das Ganze gipfelte in einer simulierten Ratssitzung. Landrätin Dagmar Schulz leitete die Sitzung und moderierte die Debatten mit Rede und Gegenrede, bis am Ende Abstimmungen über die Vorschläge standen.
Besonders wichtig waren den Jugendlichen die Busverbindungen. Ein Schüler forderte zum Beispiel eine bessere Verbindung nach Küsten, am besten im Halbstundentakt. Andere wünschten sich einen zusätzlichen Schulbus nach der vierten Stunde. Da der Landkreis den Busverkehr organisiert, werden diese Ideen nun im Kreishaus geprüft. Dass Schüler, Azubis und Leute im Freiwilligendienst bereits kostenlos im Wendland Bus fahren, ist ein Erfolg aus dem Vorjahr.
Auch das Thema Freizeit war ein großer Punkt. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Jugenddiscos, Open-Air-Festivals und Treffpunkte. Außerdem forderten sie günstigere Preise in Cafés, Buchhandlungen oder beim Schwimmbad, um mehr Chancengleichheit zu haben. Beim Deutschland-Ticket können die Politiker vor Ort zwar nichts ändern, da das vom Bund entschieden wird, aber lokale Rabatte wären ihnen wichtig.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Aufklärung. Die Schüler wollen früher über Themen wie Rechtsextremismus und Rassismus informiert werden, da sie im Alltag schon viel früher damit zu tun haben, als es der Lehrplan vorsieht. Deshalb sollen nun Expertenvorträge zu diesen Themen sowie zu Social Media organisiert werden. Diese Planung übernehmen die Schulen gemeinsam mit dem Kreisjugendpfleger Matthias Niebuhr.
Die Kreisjugendpflege will solche Foren auch in Zukunft enger mit den Schulen koppeln, um mehr junge Menschen zu erreichen und ihnen zu zeigen, wie sie sich real in die Kommunalpolitik einbringen können.