Landrat besucht modernen Milchviehbetrieb in Stumpertenrod
Landrat Dr. Jens Mischak besuchte am 5. August einen Milchviehbetrieb in Feldatal-Stumpertenrod (Vogelsbergkreis, Hessen). Auf dem Hof der Familie Semmler sah er sich an, wie moderne Technik den Alltag der Landwirte erleichtert. Gemeinsam führen Vater Michael und Sohn Dennis den Betrieb, unterstützt von Mutter Christiane und Cousin Aaron.
Auf dem Hof leben insgesamt knapp 400 Tiere, darunter etwa 180 Milchkühe. Es gibt dort verschiedene Rassen, wie zum Beispiel die kleinen Jersey-Kühe, Fleckvieh und schwarzbunte Kühe. Die Familie hat in den letzten Jahren viel Geld in die Modernisierung der Ställe investiert, damit die Tiere es gut haben.
Besonders die Technik beeindruckte den Landrat. Es gibt automatische Futterschieber, Ventilatoren und elektrische Bürsten für die Kühe. Drei Melkroboter übernehmen einen Großteil der Arbeit. Jede Kuh trägt einen Transponder am Hals. Das System erkennt so, welches Tier gerade kommt und wann es zuletzt gemolken wurde. Die Kühe entscheiden also selbst, wann sie zum Melken gehen. Nur wer zu früh wiederkommt, um extra Kraftfutter zu fressen, wird vom System weggeschickt.
Trotz der Maschinen bleibt der persönliche Blick wichtig. Michael Semmler betonte, dass sie jede Kuh einzeln prüfen, um sicherzugehen, dass es ihr gut geht. Dennis Semmler soll den Hof in Zukunft übernehmen und auf den Modernisierungen aufbauen.
Doch die Arbeit ist nicht ohne Probleme. Die Familie klagte über die extreme Trockenheit und die steigenden Kosten für den Betrieb. Zudem war der Milchpreis im Laufe des Jahres teilweise auf unter 40 Cent pro Liter gefallen. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt die Familie optimistisch. Dass der Beruf noch attraktiv ist, zeigt ein neues Projekt: Im Herbst beginnt eine junge Frau aus Eschwege ihre Ausbildung zur Landwirtin auf dem Hof.
Begleitet wurde der Landrat bei seinem Besuch von drei Mitarbeitern aus dem Sachgebiet Landwirtschaft und Agrarförderung des Vogelsbergkreises. Dr. Mischak sagte, dass der direkte Austausch mit den Landwirten wichtig sei, um die Probleme in der Region zu verstehen.