Besuch in der Villa Raab: Kampf gegen Fachkräftemangel
In der Villa Raab (Alsfeld, Vogelsbergkreis) ist immer viel los. Während im Restaurant „tante mathilde“ regionale Gerichte wie Ahleburger Käs serviert werden, gibt es im ersten Stock für Hochzeitsgesellschaften luxuriöse Fünf-Gänge-Menüs mit Austern. Dieser Spagat zwischen Alltag und Event ist eine große Herausforderung für das Team. Das erklärte Geschäftsführer Andreas Otterbein und Geschäftsführer Nico Döring beim Besuch von Patrick Krug, dem Ersten Kreisbeigeordneten.
Ein großes Thema war der Fachkräftemangel. Besonders die Corona-Pandemie hatte der Branche hart zugesetzt. Die Villa Raab konnte zwar alle Mitarbeiter halten, aber die Bedingungen am Arbeitsmarkt haben sich danach stark verändert. Laut Otterbein gibt es nun eine Trendwende: Der Markt entspannt sich langsam wieder, und man könne vom Personal wieder mehr fordern. Er sieht die Ausbildung in der Gastronomie als Chance für junge Leute, da diese weltweit anerkannt wird und Türen zu internationalen Karrieren öffnet.
Patrick Krug, der auch als Sozialdezernent tätig ist, verwies auf die Hilfe des Kreises. Es gibt Netzwerke zur Fachkräftesicherung, Ausbildungsmessen und Berufsorientierung an Schulen. Krug schlug vor, verstärkt Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, ähnlich wie es bereits in der Pflege passiert. Dabei sei eine gute Zusammenarbeit mit Partnern wie der IHK wichtig, da die Suche nach Personal eine dauerhafte Aufgabe bleibt.
Die Villa Raab setzt auf Flexibilität. Die Geschäftsführer, die auch Schloss Romrod leiten, verstehen sich eher als Gestalter denn als Verwalter. Um die personellen Spitzen bei großen Events abzufangen, arbeitet das Team aufgabenorientiert statt in starren Abteilungen. Zudem kann man sich zwischen den beiden Betrieben gegenseitig mit Personal aushelfen.
Krug zeigte sich beeindruckt, wie das Team die Villa Raab etabliert hat. Er räumte ein, dass die Lage für Gastronomen schwierig sei. Hohe Preise für Energie, Lebensmittel und Mieten sowie ein vorsichtigeres Ausgabeverhalten der Gäste setzen die Branche unter Druck. Die Villa Raab sei jedoch ein Paradebeispiel dafür, wie man mit kreativen Konzepten und Anpassungsfähigkeit wettbewerbsfähig bleibt.