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Landkreis Stendal: Nachwuchskräfte testen Barrieren in der Verwaltung

Elf Studierende und Azubis aus Stendal haben in einem speziellen Parcours erlebt, wie schwierig der Alltag für Menschen mit Behinderungen sein kann.

In der Stadt- und Kreisverwaltung Stendal (Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt) haben elf junge Leute aus der Ausbildung und dem Studium einen ungewöhnlichen Tag hinter sich. Das Örtliche Teilhabemanagement hat gemeinsam mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt einen sogenannten Vielfaltsparcours organisiert. Das Ziel war, dass die künftigen Verwaltungsmitarbeiter verstehen, wo es im Alltag und im Amt noch hakt, wenn man nicht voll mobil ist.

Zuerst ging es um die Sprache. Die Teilnehmer diskutierten über Vorurteile und Sätze, die man oft hört, wie zum Beispiel, dass jemand an den Rollstuhl gefesselt sei. Mit einem Spiel wurde dann deutlich, dass nicht alle Menschen die gleichen Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Je nach Herkunft oder Behinderung mussten die Teilnehmer bei bestimmten Fragen im Raum nach vorne oder hinten treten. Am Ende sah man deutlich: Manche stehen weit vorne, andere bleiben weit zurück, obwohl eigentlich alle die gleichen Rechte haben.

Dann kamen Experten zu Wort, die selbst betroffen sind. Marcus Graubner nutzt einen Rollstuhl, Annemarie Kock ist blind und Jürgen Lenski kommt von der Altmärkischen Bürgerstiftung. Die jungen Leute konnten ihnen Fragen stellen und erfuhren, wie sie ihren Alltag meistern. Besonders über digitale Hilfen und Künstliche Intelligenz wurde gesprochen. Das Ergebnis: Technik hilft zwar enorm, aber ein echter Mensch als Ansprechpartner darf nicht fehlen.

Zum Schluss wurde es praktisch. Die Teilnehmer schlüpften in verschiedene Rollen. Einige setzten sich in Rollstühle oder nutzten Rollatoren vom Sanitätshaus Strehlow. Dabei merkten sie schnell, wie wichtig ein funktionierender Aufzug ist. Eine andere Gruppe trug Simulationen für Sehbehinderungen oder Blindheit und versuchte so, den Weg zur nächsten Bushaltestelle zu finden. Eine dritte Gruppe zog einen speziellen Alterssimulationsanzug an. So spürten sie am eigenen Leib, wie anstrengend Treppensteigen oder das Ausfüllen von Formularen im Alter sein kann.

Die angehenden Beamten und Verwaltungsfachleute besprachen ihre Eindrücke am Ende gemeinsam. Sie gaben an, dass der Tag ihnen geholfen hat, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen besser zu verstehen. Damit sollen die künftigen Abläufe in der Verwaltung barrierefreier werden.

Quelle: Landkreis Stendal – zur Originalmeldung

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