Landkreis Kelheim warnt vor illegaler Müllsammlung
Im Landkreis Kelheim (Niederbayern) finden Bewohner immer wieder Wurfzettel in ihren Briefkästen. Darauf schreibt eine „ungarische Familie“, dass sie alles mitnehme, was die Leute nicht mehr brauchen. Auf den Zetteln steht eine lange Liste mit Gegenständen, die die Gruppe abholen möchte.
Das Landratsamt Kelheim warnt nun deutlich: Diese Sammlung ist illegal. Wer seinen Hausmüll loswerden will, muss dies über den Landkreis tun. Es gibt zwar Ausnahmen für Dinge wie Altkleider oder Schrott, aber solche Sammlungen müssen vorher beim Landratsamt angemeldet werden. Die „ungarische Familie“ hat das nicht getan. Zudem fehlt auf den Zetteln jede Kontaktadresse.
Besonders problematisch ist, dass die Gruppe auch gefährliche Abfälle sammelt. Auf der Liste stehen zum Beispiel Elektrogeräte, alte Mopeds oder sogar ganze Autos. Solche Dinge gehören auf den Wertstoffhof oder zu anerkannten Demontagebetrieben, weil sie falsch entsorgt nicht in die Natur gelangen dürfen.
Die Behörde befürchtet, dass die Sammler Dinge, die sie nicht gebrauchen können, einfach auf Parkplätzen oder im Wald abstellen. Wenn die Stadt den Müll dann wegräumen muss, zahlt die Allgemeinheit. Wer seine Sachen dort abholt hat und zurückverfolgt werden kann, muss unter Umständen für die Kosten der Entsorgung aufkommen.
Auch die Bezeichnung „ungarische Familie“ soll täuschen. Es handelt sich nicht um eine Familie in Not, der man mit Spenden hilft. Stattdessen steckt dahinter eine Organisation, die im süddeutschen Raum aktiv ist und mit der Sammlung Geld verdienen will.
Das Landratsamt bittet alle Bürger, nicht an der Aktion teilzunehmen. Wer wissen möchte, wie man alte Gegenstände richtig entsorgt, kann sich an den Abfallberater des Landkreises, Manfred Meyer, unter der Telefonnummer 09441/207-1512 wenden.