Landkreis Harburg bekämpft Unkraut mit Strom
Im Kleckerwald (Landkreis Harburg, Niedersachsen) gibt es einen hartnäckigen Gegner: den Japanischen Staudenknöterich. Die Pflanze kommt ursprünglich aus Ostasien und breitet sich seit einigen Jahren immer weiter aus. Zuerst passierte das an Straßenrändern und in der Nähe von Häusern, doch nun hat das Unkraut auch den Wald erreicht.
Um die Ausbreitung zu stoppen, testen die Niedersächsischen Landesforsten jetzt eine neue Technik. Das Forstamt Sellhorn hat dafür die Firma „Böse-Blumen“ aus Empelde bei Hannover geholt. Die Experten nutzen eine sogenannte Elektrolanze. Das funktioniert so: Über eine Lanze wird Strom direkt in die Pflanze gejagt. Eine Elektrode im Boden schließt den Stromkreis.
Der Strom erhitzt das Wasser in den Zellen der Pflanze so schnell, dass die Zellstruktur kaputtgeht. Damit bricht die Wasserversorgung zusammen und die Pflanze stirbt ab. Da der Knöterich sehr tiefe Wurzeln hat, nutzen die Fachleute bis zu 5.000 Volt, um ihn auch unter der Erde zu zerstören. Manchmal muss die Behandlung mehrmals wiederholt werden, bis alles tot ist.
Der große Vorteil ist, dass keine Giftstoffe in den Boden oder das Grundwasser gelangen. Auch Insekten und andere Pflanzen in der Nähe bleiben verschont. Das ist viel besser als chemische Mittel oder das bloße Mähen.
Die Förster warnen jedoch davor, dass Menschen die Ausbreitung oft selbst fördern. Viele kippen ihren Gartenabfall einfach in den Wald. Schon kleine Wurzelstücke reichen aus, damit der Knöterich an einer neuen Stelle wächst. Das Ablagern von Grünabfällen im Wald ist in Niedersachsen verboten. Wer das trotzdem macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Gartenabfälle gehören stattdessen in die Biotonne oder zu den offiziellen Entsorgern.