Kaarst: Über 200 Kriegsbriefe für Stadtarchiv
Das Stadtarchiv in Kaarst (Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen) hat einen besonderen Schatz erhalten. Irene Duerbaum hat Unterlagen der Familie Schages als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um mehr als 200 Briefe, die Johann und Gertrud Schages sowie andere Verwandte an ihren Sohn Johannes schrieben. Dieser war während des Zweiten Weltkriegs als Soldat an der Ostfront im Einsatz.
Die Briefe erzählen von dem Leben auf dem Buscherhof und davon, was damals in der Gemeinde passierte. In den Texten geht es unter anderem um Luftangriffe, Flugzeugabstürze und gefallene Soldaten. Auch der Einsatz von Zwangsarbeitern wird in den Schreiben erwähnt. Damit wird deutlich, wie der Krieg das Leben der Menschen vor Ort direkt beeinflusst hat.
Damit die alten Papiere erhalten bleiben, wurden sie bereits professionell geordnet und in speziellen, säurefreien Mappen und Kartons verpackt. Zudem wurden die Briefe digitalisiert. Aktuell nutzt die Stadt Künstliche Intelligenz, um die handschriftlichen Texte in digitalen Text umzuwandeln. Später sollen die Inhalte so ganz einfach über eine Suchfunktion gefunden werden können.
Für die Stadt ist dieser Fund besonders wertvoll, da gerade jetzt an einem Forschungsprojekt zur Geschichte Kaarsts zwischen 1918 und 1945 gearbeitet wird. Die privaten Briefe ergänzen die offiziellen Akten der Behörden um eine persönliche Sichtweise.
Das Stadtarchiv sucht weiterhin nach solchen Quellen. Wer alte private Briefe, Fotos, Tagebücher oder andere Dokumente aus der Zeit von Büttgen und Kaarst besitzt, kann sich an das Archiv wenden.
Quelle: Kaarst – zur Originalmeldung