Rommerskirchen: Über eine Milliarde Euro fließen ins Revier
In der Diskussion um den Kohleausstieg und die Energiewende wird oft geklagt. Bürgermeister Dr. Martin Mertens aus Rommerskirchen (Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen) möchte deshalb die harten Fakten auf den Tisch bringen. Er betont, dass die wirtschaftliche Kraft der Region stark vom Energiekonzern RWE abhängt.
Die Zahlen sind gewaltig: Allein in diesem Jahr gibt RWE rund 430 Millionen Euro für Beschaffungen im Rheinischen Revier aus. Dazu kommen weitere 600 Millionen Euro für die Löhne und Gehälter der etwa 5.900 Beschäftigten vor Ort. Insgesamt fließen also über eine Milliarde Euro in die Region. Diese Daten stammen von Karl-Heinz Stauten, dem RWE-Spartenleiter für Kraftwerke, der den Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter kürzlich im Neurather BoA-Kraftwerk empfangen hat.
Bei diesem Treffen wurde auch deutlich, dass die Braunkohle momentan noch unverzichtbar ist. Ohne sie gäbe es derzeit keine Sicherheit bei der Stromversorgung. Gleichzeitig plant RWE aber schon die Zeit danach. Wenn die Bedingungen stimmen, sollen bis zu drei Gaskraftwerke gebaut werden, die auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Eines davon soll in Neurath entstehen.
Ein wichtiger Teil dieser Zukunft ist die sogenannte „Schnellstartfähige Power Unit“ (SPU) in Neurath, die bis Mitte 2027 starten soll. Damit im alten Kraftwerk Neurath Platz für Neues entsteht, muss das Gelände erst aufwendig zurückgebaut werden. In Frimmersdorf läuft dieser Prozess bereits. Dort werden gerade Schadstoffe im Maschinenhaus, in der REA und in den Bekohlungsanlagen entfernt. Bis Mitte 2028 sollen die Arbeiten dort fertig sein.
Danach könnten IT-Firmen und große Rechenzentren in Frimmersdorf einziehen. Doch Bürgermeister Mertens äußert sich hier skeptisch. Das klappt nur, wenn die massiven Probleme beim Stromnetz bis dahin wirklich gelöst sind.