Hessen will mehr Handel und Fachkräfte aus Indien
Hessen will seine Wirtschaft internationaler aufstellen und setzt dabei verstärkt auf Indien. Ministerpräsident Boris Rhein reiste kürzlich mit einer großen Gruppe von Wirtschaftsvertretern nach Neu-Delhi und Mumbai. Ziel war es, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und den Weg für mehr Handel und Investitionen im Land zu ebnen.
Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit dem indischen Bundesstaat Maharashtra. Die Region ist mit rund 130 Millionen Einwohnern riesig und hat mit Mumbai ein Finanzzentrum, das mit Frankfurt vergleichbar ist. Die beiden Regionen haben eine Absichtserklärung unterschrieben, um langfristig enger zusammenzuarbeiten.
Konkrete Vorteile sollen vor allem durch ein neues Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien entstehen, das voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft tritt. Das bedeutet für hessische Firmen: Weniger Zoll, einfachere Regeln beim Export und stabilere Lieferketten. Davon profitieren vor allem die Branchen Pharma, Chemie, Automobilbau und der Maschinenbau.
Neben dem Handel geht es auch um Jobs. Hessen sucht händeringend nach Fachkräften und will diese nun gezielt in Indien werben. Damit die Leute auch wirklich kommen, soll die Bürokratie abgebaut werden. Die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen soll schneller gehen und digitaler werden. Mit einer sogenannten „Fast Lane“ sollen Fachkräfte ohne lange Wartezeiten in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Insgesamt sieht die Landesregierung Hessen als attraktiven Standort. Seit 2024 wurden bereits Investitionen von über 25 Milliarden Euro angekündigt oder umgesetzt. Beispiele dafür sind der geplante Laserfusionshub in Biblis oder der Ausbau des „Defence Hub Nordhessen“ durch die Firma Rheinmetall. Indien hat vor allem Interesse an der Verteidigungsindustrie und der Fusionsforschung gezeigt.