Hessen investiert 50 Millionen Euro in neues Bildungspaket
Die Landesregierung in Wiesbaden (Hessen) legt ein neues Bildungschancenpaket auf. Bis zum Ende der aktuellen Regierungszeit fließen dafür zusätzlich 50 Millionen Euro in das Schulsystem. Mit diesem Geld sollen vor allem 680 neue Lehrerstellen finanziert werden. Insgesamt gibt das Land in diesem Jahr eine Rekordsumme von 6,2 Milliarden Euro für die Bildung aus, was fast 400 Millionen Euro mehr sind als im Vorjahr.
Ein großer Teil des Pakets betrifft das Lesen und Rechnen. Ab dem Schuljahr 2028/2029 bekommen die Erstklässler eine zusätzliche Stunde Deutsch pro Woche, sodass sie insgesamt auf sieben Stunden kommen. In der dritten und vierten Klasse gibt es künftig jeden Tag eine halbe Stunde feste Lesezeit. In Mathematik soll früher geholfen werden: In der ersten und zweiten Klasse sind Mitlaufkurse geplant, für die fünfte und sechte Klasse gibt es Basiskurse, um Lücken schnell zu schließen.
Auch die digitale Welt rückt stärker in den Fokus. Alle Viertklässler müssen künftig einen Medienführerschein machen. Dabei lernen sie, wie man sicher im Internet surft und was mit persönlichen Daten passiert. Außerdem führt Hessen als erstes Bundesland das Fach „KI und Digitale Welt“ ein. Im nächsten Schuljahr startet das Fach in der fünften Klasse, ein Jahr später folgt die sechte Klasse.
Schulen, die es sozial schwerer haben, bekommen mehr Unterstützung. Über einen sogenannten Sozialindex werden insgesamt 200 zusätzliche Stellen für diese Schulen geschaffen, aufgeteilt in zwei Etappen zu je 100 Stellen. Gleichzeitig will die Regierung Begabte besser fördern. Dafür ist ein Talente-Campus geplant und es soll mehr Ehrungen für besonders gute Absolventen geben.
Die Regierung begründet die Maßnahmen mit sinkenden Lesekompetenzen und dem Einfluss von sozialen Medien sowie Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, dass jedes Kind unabhängig von der Herkunft die gleichen Chancen auf Aufstieg hat.