Dresden überstellt über 100 gesuchte Straftäter ins Ausland
In Sachsen können international gesuchte Menschen nicht einfach untertauchen. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden (Sachsen) arbeitet eng mit anderen Staaten zusammen, um Straftäter zu fassen und sie dorthin zurückzubringen, wo sie die Taten begangen haben.
Zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 18. Juli 2026 wurden insgesamt 102 Menschen aus Deutschland ins Ausland überstellt. Das waren entweder Menschen, gegen die im Ausland noch Ermittlungen liefen, oder Menschen, die bereits verurteilt waren. Aktuell befinden sich weitere 63 Verfahren in Bearbeitung.
Die Liste der Verbrechen ist lang. Es ging um schwere Taten wie Mord, Totschlag und Sexualdelikte. Auch Menschen, die in terroristischen Vereinigungen aktiv waren, wurden ausgeliefert. Ebenso betrafen die Verfahren Raub, Drogendelikte, tödliche Verkehrsunfälle, Betrug, Diebstahl sowie Wirtschaftskriminalität.
Die meisten der Festgenommenen kamen aus der Europäischen Union, vor allem aus den Nachbarländern Polen und Tschechien. Aber die Zusammenarbeit reicht weiter: Menschen wurden auch nach Italien, Belgien, Ungarn, Rumänien, Lettland oder Frankreich überstellt. Sogar Drittstaaten wie die Türkei, die Ukraine, Großbritannien, Norwegen, die Schweiz oder Tunesien waren beteiligt.
Damit eine Person ausgeliefert wird, gibt es einen festen Ablauf. Zuerst erfolgt die Festnahme, oft nach einer Fahndung über Interpol. Dann prüft die Generalstaatsanwaltschaft die Unterlagen und beantragt beim Oberlandesgericht Dresden, dass die Auslieferung zugelassen wird. Das Gericht prüft dabei genau, ob es Hindernisse gibt, etwa wenn Menschenrechte verletzt würden. Die betroffene Person wird angehört und hat einen Anwalt.
Wenn das Gericht grünes Licht gibt, entscheidet die Generalstaatsanwaltschaft über die endgültige Bewilligung. Im Fall von Drittstaaten muss zudem das Sächsische Staatsministerium der Justiz zustimmen. Am Ende organisiert das Landeskriminalamt Sachsen den Transport der Person an die ausländischen Behörden.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.