Hessen fördert Projekte gegen Genitalverstümmelung bei Frauen
In Hessen (Bundesland Hessen) wird verstärkt gegen die weibliche Genitalverstümmelung vorgegangen. Die Landesregierung stellt für das Jahr 2026 insgesamt rund 90.000 Euro bereit. Dieses Geld fließt in Projekte, die betroffene Frauen und Mädchen unterstützen und vor weiteren Eingriffen schützen sollen.
Zwei Organisationen profitieren konkret von der Förderung. Der Verein „Frauenrecht ist Menschenrecht“ (FIM) erhält 69.300 Euro. Der Verein setzt auf eine ganzheitliche Beratung und hilft den Betroffenen dabei, medizinische Hilfe zu finden. Die Organisation pro familia bekommt weitere 20.500 Euro. Hier liegt der Fokus darauf, Fachleute aus der Medizin, Pädagogik und dem sozialen Bereich besser auszubilden, damit sie Gefahren früher erkennen können. Zudem wurde eine Webseite mit Erklärvideos und Informationen in verschiedenen Sprachen erstellt.
Besonders wichtig ist die Aufklärungsarbeit während der Sommerferien. Viele Familien reisen in Urlaube ins Ausland. Dabei besteht die Gefahr, dass Mädchen in anderen Ländern verstümmelt werden. Die Beratungsstellen informieren deshalb momentan verstärkt über die Risiken. Es gibt zudem einen sogenannten Schutzbrief der Bundesregierung. Dieser weist Familien darauf hin, dass solche Eingriffe auch dann in Deutschland bestraft werden, wenn sie im Ausland passiert sind.
Gesundheitsministerin Diana Stolz betonte, dass diese Eingriffe schwere Menschenrechtsverletzungen sind und in Deutschland unter Strafe stehen. Ziel der Förderungen ist es, anonyme und vertrauensvolle Anlaufstellen zu schaffen, damit keine Betroffene mit ihrer Situation allein bleibt.
Weitere Angaben zu den Projekten liegen bislang nicht vor.