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Berchtesgadener Land zertifiziert Naturgärten gegen Klimakrise

Landrat Michael Koller übergibt die Urkunden und Plaketten für die neu zertifizierten Natur-gärten im Berchtesgadener Land. Copyright und Urheber siehe Landkreis Berchtesgadener Land

Der Landkreis möchte private Gärten fit für Hitze und Trockenheit machen. Wer auf Natur setzt, bekommt nun eine offizielle Plakette für den Zaun.

Die Hitzeperioden werden länger, der Regen bleibt oft aus und die Böden trocknen aus. Das merkt man im Berchtesgadener Land (Oberbayern) mittlerweile auch im eigenen Garten. Selbst Zisternen reichen oft nicht mehr aus, um die Pflanzen zu retten. Deshalb wollen der Landkreis und die Gartenbauvereine den Bürgern helfen, ihre Gärten an das neue Klima anzupassen und gleichzeitig Insekten einen Lebensraum zu bieten.

Wer seinen Garten naturnah gestaltet, kann ihn jetzt zertifizieren lassen. Landrat Michael Koller betont, dass die dafür vergebenen Plaketten ein Zeichen der Anerkennung sind. Er möchte damit zeigen, dass ein naturnaher Garten nicht „gschlampert“ aussieht, sondern ökologisch wertvolle Arbeit ist.

Die Fachleute raten zu ein paar einfachen Tricks: Statt auf große Blüten zu setzen, sollten robuste, heimische Wildstauden gepflanzt werden. Diese halten die Trockenheit besser aus. Auch Mulchen mit Grasschnitt oder Laub auf den Beeten hilft, weil das Wasser weniger schnell verdunstet. Totholz im Garten ist ebenfalls sinnvoll, da es Feuchtigkeit speichert und vielen Käfern ein Zuhause bietet. Wer jetzt heimische Bäume und Sträucher pflanzt, sorgt zudem für den kühlenden Schatten der Zukunft.

Im Berchtesgadener Land gibt es aktuell 85 zertifizierte Gärten, was über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Dieses Jahr wurden auch öffentliche Flächen ausgezeichnet, zum Beispiel eine Wohnanlage in Piding, der Schulgarten und Naturschaugarten in Bischofswiesen sowie der Kindergarten Rosenhof in Berchtesgaden.

Bei der Prüfung schauen die Experten auf verschiedene Punkte: Gibt es viele heimische Pflanzen? Wird auf Chemie und Kunstdünger verzichtet? Gibt es Totholz, Blühflächen und eine gute Regenwassernutzung? Wer mitmachen will, kann sich an den Kreisgartenfachberater Sepp Stein wenden. Nach einem Besuch vor Ort gibt es die Plakette. Die Kosten für die ehrenamtlichen Prüfer liegen bei 40 Euro für Mitglieder von Gartenbauvereinen und 80 Euro für alle anderen.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer +49 8651 773-853 oder per E-Mail an [email protected] melden.

Quelle: Landkreis Berchtesgadener Land – zur Originalmeldung

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