Bennewitz blickt auf die Anfänge der Stromversorgung zurück
Früher liefen Maschinen in den Städten über riesige Riemen und Wellen, die von Dampfmaschinen oder Wasserrädern angetrieben wurden. Das änderte sich ab 1870 mit der Industrialisierung. Dank Erfindungen von Michael Faraday und Werner von Siemens wurde es möglich, Strom zu erzeugen und über Leitungen zu transportieren. Die elektrische Beleuchtung löste so nach und nach das Gaslicht ab.
Am Anfang war die neue Technik teuer und viele Menschen hatten Angst vor dem unsichtbaren Strom. Während reiche Städte eigene Werke bauten, mussten sich kleinere Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe zusammenschließen, um die Kosten für die langen Leitungen zu stemmen. So entstanden im Umkreis von Bennewitz (Landkreis Leipzig, Sachsen) verschiedene Verbände. Einer davon war der Gemeindeverband für das Elektrizitätswerk Leipzig Land (GELL), der am 4. September 1909 gegründet wurde. Ihm gehörten unter anderem 95 Landgemeinden und 17 Gutsbezirke an.
Ein wichtiger Meilenstein war das Kraftwerk in Kulkwitz. Der Grundstein dafür wurde am 14. Juli 1910 gelegt, und schon im Mai 1911 ging es in Betrieb. Zeitgleich wurden Kabel vom Kraftwerk rund um Leipzig bis nach Taucha verlegt. Dieser Ring aus Kabeln wurde am 15. Dezember 1911 geschlossen.
Interessant ist, dass die Stadt Leipzig anfangs gar nicht Teil dieses Verbandes war, sondern von ihm förmlich umschlossen wurde. Das sorgte für ordentlich Streit zwischen der Stadt und dem Verband. Erst als Leipzig ab 1929 Vororte wie Leutzsch oder Wahren eingemeindete, wurde die Stadt selbst Mitglied bei der GELL. Später, am 1. Juli 1923, wurde die Energie Aktiengesellschaft Leipzig (EnAG) gegründet, um Gas- und Stromversorgung zu bündeln.
Die Gemeinde Bennewitz hat diese historischen Details in ihrer Chronik veröffentlicht, um zu zeigen, wie die moderne Energieversorgung in der Region entstanden ist. Weitere Informationen zur Ortsgeschichte finden sich in der Chronik der Gemeinde.
Quelle: Bennewitz – zur Originalmeldung