Asiatische Hornisse erstmals in Leipzig-Grünau gesichtet
In Leipzig-Grünau (Sachsen) ist zum ersten Mal die Asiatische Hornisse aufgetaucht. Ein Imker bemerkte das Tier an seinem Bienenstock und hielt den Moment mit einem Video fest. Experten vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) haben die Aufnahmen geprüft und den Fund bestätigt.
Jetzt läuft ein Wettlauf gegen die Zeit. Das LfULG arbeitet mit der Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig sowie Imker- und Naturschutzverbänden zusammen. Das Ziel ist klar: Das Nest muss so schnell wie möglich gefunden und entfernt werden. Das ist wichtig, weil im Spätherbst hunderte neue Jungköniginnen das Nest verlassen. Diese überwintern und gründen im nächsten Jahr eigene Staaten, was zu einer schnellen Ausbreitung führen würde.
Die Behörden bitten die Menschen in Leipzig um Mithilfe. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest sieht, soll dies über das »Meldeportal für Arten« des LfULG melden. Am besten schickt man ein Foto und die eigenen Kontaktdaten mit.
Wer ein Nest entdeckt, muss aber vorsichtig sein. Man sollte mindestens fünf Meter Abstand halten. In der Nähe ihrer Brut reagieren die Tiere nämlich sehr aggressiv und verteidigen ihr Heim rigoros. Die Nester hängen meist frei in hohen Bäumen, oft in fünf bis zehn Metern Höhe. Sie sind bräunlich, rund oder birnenförmig und etwa 60 bis 100 Zentimeter hoch. An Häusern oder in Hecken kommen sie seltener vor.
Man kann die Asiatische Hornisse an ihrer fast schwarzen Brust und den gelben Beinspitzen erkennen. Ihr Hinterleib ist dunkel mit einem orange-gelben Streifen. Die heimische Europäische Hornisse ist dagegen heller und eher gelb-bräunlich gefärbt.
Für Menschen ist die Art nicht gefährlicher als normale Wespen. Ein echtes Problem ist sie jedoch für die Landwirtschaft und vor allem für Bienen, da sie diese direkt am Bienenstock abfangen, um ihre eigene Brut zu füttern.
Da die heimischen Hornissen unter Naturschutz stehen, dürfen die Nester nicht auf eigene Faust entfernt werden. Es besteht eine große Verwechslungsgefahr. Deshalb müssen immer Fachleute der Naturschutzbehörde oder Berater dazugeholt werden. Die Ermittlungen zur genauen Lage des Nestes dauern an.