Worms: Museum zeigt historische Schätze im Andreasstift
Im Museum im Andreasstift (Worms, Rheinland-Pfalz) gibt es ein besonderes Projekt. Unter dem Namen „Worms Stück für Stück“ stellt das Haus jeden Monat ein einzelnes Objekt aus seinem Magazin oder der Sammlung vor. Die Stücke erzählen Geschichten aus verschiedenen Epochen und geben einen Einblick in das Leben früherer Generationen.
Die Auswahl der Exponate ist breit gefächert. So gibt es zum Beispiel Keramiken aus der Jungsteinzeit, die zeigen, wie die Menschen sesshaft wurden und Vorräte anlegten. Auch römische Funde spielen eine große Rolle. Dazu gehören ein Reitergrabstein eines Soldaten namens Quintus Carminius Ingenuus sowie sogenannte Gesichtskrüge, die direkt in Worms hergestellt wurden. Ein besonders kurioses Stück ist eine römische Tonmaske, die bei Kanalbauarbeiten in der Nähe der Neusatz-Schule gefunden wurde.
Auch das Mittelalter und die Neuzeit sind vertreten. Besucher können unter anderem ein Modell des Wagens sehen, in dem Martin Luther 1521 die Stadt verließ. Ein weiteres Objekt ist eine sogenannte Totenkrone, die früher bei Beerdigungen von unverheirateten Menschen auf dem Sarg lag.
Einige Funde sind eher ungewöhnlich oder sogar makaber. So wurde bei Restaurierungsarbeiten am Nordturm der Andreaskirche ein eingemauerter Katzenschwanz aus dem Mittelalter entdeckt. Solche „Bauopfer“ sollten früher das Gebäude vor bösen Geistern schützen.
Die meisten dieser Objekte können für einen Monat in den Wechselvitrinen des Museums bestaunt werden. Einige Stücke gehören zur Dauerausstellung oder sind Leihgaben von Landesarchäologen. Die Details zu den einzelnen Objekten und den aktuellen Ausstellungen sind im Museum im Andreasstift einsehbar.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung