Worms: Museum zeigt historische Schätze im Andreasstift
Das Museum der Stadt Worms (Rheinland-Pfalz) im Andreasstift hat eine besondere Reihe gestartet. Unter dem Namen „Worms Stück für Stück“ wird jeden Monat ein einzelnes Objekt aus der Sammlung präsentiert, das eine eigene Geschichte erzählt.
In der Ausstellung geht es quer durch die Zeit. So können Besucher zum Beispiel Keramiken aus der Jungsteinzeit sehen, die zeigen, wie die Menschen sesshaft wurden und Vorräte anlegten. Auch Schmuck aus Muscheln, Schnecken und Tierzähnen aus der Zeit um 5000 v. Chr. ist zu sehen. Dieser wurde 1898 in Rheindürkheim bei Bauarbeiten an einer Eisenbahnstrecke gefunden.
Besonders viele Funde stammen aus der römischen Zeit. Dazu gehören ein Grabstein des Soldaten Quintus Carminius Ingenuus, der 1666 an der Mainzer Straße entdeckt wurde, sowie eine Tonmaske, die 1891 bei Kanalbauarbeiten in der Nähe der Neusatz-Schule gefunden wurde. Auch sogenannte „Gesichtskrüge“ aus lokalem Ton sind Teil der Sammlung. Diese wurden etwa um 300 n. Chr. in einer Werkstatt im Süden der Stadt hergestellt.
Neben diesen Stücken gibt es auch Kurioses zu entdecken. So wurde 2010 bei Arbeiten am Nordturm der Andreaskirche ein eingemauerter Katzenschwanz aus dem Mittelalter gefunden. Solche „Bauopfer“ sollten früher Glück bringen oder böse Geister fernhalten.
Ein weiterer Blick in die Geschichte führt zu Martin Luther. Das Museum zeigt ein Modell eines Kobelwagens im Maßstab 1:4. Dieser Wagen ähnelt dem Fahrzeug, mit dem Luther 1521 nach seinem Auftritt beim Reichstag aus Worms abreiste.
Die einzelnen Objekte werden jeweils für einen Monat in der Wechselvitrine oder in den entsprechenden Abteilungen des Museums ausgestellt. Viele der Stücke, wie etwa die römische Maske, gibt es auch als Kopie im Museumsshop zu kaufen.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung