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Museum im Andreasstift zeigt historische Schätze aus Worms

Worms Stück für Stück September Copyright und Urheber siehe Worms

Das Museum im Andreasstift stellt in der Reihe „Worms Stück für Stück“ regelmäßig besondere Objekte aus der Sammlung vor.

Das Museum im Andreasstift in Worms (Rheinland-Pfalz) lässt seine Besucher auf eine Zeitreise gehen. In der Reihe „Worms Stück für Stück“ präsentiert das Haus jeden Monat ein besonderes Objekt, das eine eigene Geschichte erzählt. Die Auswahl reicht von der Steinzeit bis in die Neuzeit.

Besonders spannend sind die Funde aus der Vorgeschichte. So gibt es zum Beispiel ein Prunkbeil aus Jadeit, das etwa 4500 bis 4000 v. Chr. entstand. Da das Material extrem hart ist, diente es wohl eher als Statussymbol denn als Werkzeug. Auch Schmuck aus der Bronzezeit, wie spiralförmige Beinringe eines Mädchens, zeigen, wie kunstfertig die Menschen schon vor über 3000 Jahren arbeiteten.

Auch die römische Zeit ist stark vertreten. Ein Highlight ist ein sogenannter Gesichtskrug, der in Worms hergestellt wurde und oben in einem Frauengesicht endet. Solche Krüge waren damals Luxusartikel. Neben Alltagsgegenständen gibt es auch düstere Funde: Ein Bleitäfelchen aus Bad Kreuznach diente als Fluchtafel. Darauf ritzte jemand die Namen von 19 Feinden ein, um sie durch Geister der Unterwelt zu quälen.

Das Museum zeigt zudem kuriose Objekte aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Dazu gehört ein Katzenschwanz, der 2010 bei Bauarbeiten am Nordturm der Andreaskirche im Mörtel gefunden wurde. Man glaubt, dass dies ein „Bauopfer“ war, um das Gebäude vor bösen Geistern zu schützen. Wer es lieber kulinarisch mag, kann Backmodel aus Holz bestaunen, mit denen früher verzierte Honigkuchen gebacken wurden.

Ein weiterer Blick fällt auf die Zeit der Reformation. Ein Modell eines Kobelwagens im Maßstab 1:4 erinnert an die Abreise von Martin Luther aus Worms im Jahr 1521. Das Modell zeigt, wie der Reformator damals die Stadt verließ, bevor er auf der Wartburg in Sicherheit gebracht wurde.

Die Exponate sind teilweise für einen Monat in Wechselvitrinen oder in der Dauerausstellung zu sehen. Viele der Stücke stammen aus lokalen Ausgrabungen oder wurden von privaten Spendern wie dem Industriellen Cornelius von Heyl an die Stadt übergeben.

Quelle: Worms – zur Originalmeldung

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