Witten: Historische Holzvertäfelung im Rathaus restauriert
Im zweiten Obergeschoss des Nordflügels im Rathaus von Witten (Ennepe-Ruhre-Kreis, Nordrhein-Westfalen) ist ein Projekt abgeschlossen. In Zimmer 200 sieht es nun wieder aus wie früher, zumindest an den Wänden. Der Dortmunder Schreiner Bernhard Imhof hat dort etwa 50 Quadratmeter Holzvertäfelung aus Nussbaumholz restauriert.
Das Holz stammt noch aus der Bauzeit des Rathauses, das zwischen 1922 und 1926 errichtet wurde. Während der Kernsanierung des Nordflügels waren die wertvollen Bretter im Ratskeller eingelagert. Imhof musste die Teile demontieren, den alten Lack entfernen und schleifen. Fehlende Stücke hat er ersetzt, wobei er darauf geachtet hat, den Originalzustand so gut wie möglich zu erhalten.
Die Arbeit war nicht ohne Risiko. Die alten Lackschichten enthielten giftige Teerfarbstoffe und Schwermetalle, weshalb man sich mit den Materialien auskennen muss. Imhof, der bereits mit 16 Jahren mit dem Handwerk begann, ist ein Spezialist für solche aufwendigen Arbeiten.
Das Ergebnis ist eine Mischung aus Alt und Neu: Die historischen Wände treffen auf moderne Technik. Im Besprechungszimmer gibt es nun Deckenspots, große Bildschirme und digitale Schlösser an den alten Türen. Auch zwei steinerne Pfeiler im Raum sind wieder sichtbar. Einer davon trägt ein Zitat von Franz Grillparzer über die Kraft, die erst durch Druck und Krisen sichtbar wird.
Mit dem Einsetzen der Kopfleiste an der Stirnwand am Freitag, den 31. Juli 2026, wurde die Restaurierung offiziell beendet.
Quelle: Witten – zur Originalmeldung